Musik von Brahms und Dvorak
22.04.2010 - BAD KREUZNACH
Von Frank Gottschald
PROBEN Konzertgesellschaft bereitet sich auf den Gala-Auftritt am 30. Mai vor.
Aus den Räumen der Adventgemeinde in der Brucknerstraße klang am jüngsten sonnigen Wochenende kräftiger Gesang. Die Proben des Chores der Konzertgesellschaft für das große Konzert Ende Mai sind in die entscheidende Phase getreten. Der Musikalische Leiter Stefan Wasser hatte sich einen Opernsänger vom Wiesbadener Theater als Verstärkung geholt. Und so wurde zwischen den religiösen Gesängen Stimmbildung betrieben. Die Texte aus der Heiligen Schrift mussten skandiert werden - aus dem Bauch heraus, wie der Opernsänger mit seiner Bassstimme immer wieder lautstark forderte. Stefan Wasser ließ die „härtesten Stellen“ proben. Und von denen gibt es genug in „Ein Deutsches Requiem“ für Soli, Chor und Orchester von Johannes Brahms. Es wird am Sonntag, 30. Mai, ab 18 Uhr in der Pauluskirche aufgeführt.
Dieses Galakonzert bringt das erfolgreichste Chorwerk des Spätromantikers zu Gehör. Er schrieb es mit 34 Jahren, als er eigentlich seine Liebe zur ungarischen Zigeunermusik, zum Straußwalzer und zur Kammermusik im Stile Beethovens entdeckt hatte. Aber als sein Freund Robert Schumann starb, wandte er sich der Totenmesse zu. Und mit welchem Erfolg! Ein Musikkritiker schrieb damals in Wien, seit Bachs h-moll-Messe und der Missa Solemnis Beethovens sei kein Werk wie dieses geschrieben worden. Deutsche Texte aus der Bibel als Trost und Aufmunterung gedacht und kunstvoll in Töne gesetzt.
Dem Publikum steht ein großes Erlebnis mit der Bad Kreuznacher Konzertgesellschaft bevor. Zumal auf dem Programm auch die berühmte Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak steht. Gespielt wird sie von der Kurpfalzphilharmonie Heidelberg. Der in Kirchheimbolanden lebende Leiter dieses vierten Abonnementkonzertes, Stefan Wasser, hat mit seinem Nordpfälzer Oratorienchor schon zahlreiche große Chorwerke aufgeführt, so den „Messias“ von Händel und den „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy. Nun will er mit dem Deutschen Requiem ein Achtungszeichen auch an der Nahe setzen. Als Solisten werden Gunda Baumgärtner, Koloratursopran, und Thomas Herberich, Bariton, zu hören sein. Eine Einführung in das Werk gibt es am Dienstag, 25. Mai. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

