Tennis in familiärer Atmosphäre
09.04.2010 - PLANIG
Von Isabel Mittler
SAISON-VORBEREITUNG TC Planig richtet Augenmerk wieder gezielt auf Jugendarbeit / Vor 30 Jahren gegründet
PLANIG. Die Zeiten, als Tennisclubs und Sandplätze wie Pilze aus der Erde schossen, liegen lange zurück. Auch im Tennisclub Planig (TC) kann man sich noch gut daran erinnern, als er in der Blütezeit an die 150 Mitglieder zählte und damit die Belegung der beiden Freiplätze kein leichtes Spiel war. Und das war noch vor der Ära Steffi Graf und Boris Becker. Denn das Tennisfieber brach im Stadtteil vor 30 Jahren aus.
"Wir wollten Tennisspielen, wurden aber in den Kreuznacher Vereinen nicht aufgenommen", erinnert Pressewart Winfried Mahr an Zeiten, als der weiße Sport noch was ganz "Elitäres" war. Die Lösung: Nachdem man auf zwei Privatplätzen in Ippesheim gespielt hatte, wurde der TC Planig ins Leben gerufen. "Der Andrang wurde immer größer. Also haben wir eine eigene Anlage geschaffen - alles in Eigenleistung", betont Pressewart Mahr.
Am Projekt unter der Regie des damaligen ersten Vorsitzenden, Manfred Zurzack, auf TC-Seite beteiligte sich auch die Tennisabteilung des TuS Bosenheim aktiv. Die Planiger und Bosenheimer Tenniscracks bauten benachbarte Anlagen mit Clubheim parallel auf, eine Spielgemeinschaft im Tennisverband Rheinland wurde gebildet.
"Kanada-Tenn" sorgt für schnelleres Spiel
Heute spielt die Spielgemeinschaft der Herren in der B-Klasse. Derzeit gibt es im TC Planig mehr männliche als weibliche Spieler. "Wir sind ja nicht jünger geworden, irgendwann geht der Sport auf die Gelenke, auf die Knie", gibt Brigitte Mahr schmunzelnd zu bedenken. Aber damals, da sei man so richtig in Schwung gewesen.
Die Mitglieder von TC und TuS-Abteilung nutzen bis heute quasi je eine Doppelhaushälfte als Vereinsheim, die beiden Plätze des TuS grenzen auf der gemeinsam genutzten Anlage direkt an die Plätze des TC. "Wir waren die ersten, die den Kanada-Tenn als Belag wählten", erinnert Mahr. Nicht alle fanden den pflegeleichten Belag, der ursprünglich aus Kanada stammte, toll, denn der Ball kann auf diesem grauen, fein gemahlenen Stein ganz schön Tempo aufnehmen. Heute wird der Kanada-Tenn auch im bayerischen Wald abgebaut und für Tennisplätze fein gemahlen. Weiterer Vorteil dieses Belages: Tennisschuhe und -Dress werden nicht wie bei Sandbelag rot "gefärbt".
Die Plätze liegen idyllisch direkt an den Weinbergen, um das Vereinshaus gibt es viel Grün. "Das war damals optimal für uns, die Kinder konnten in der Nähe und unter Aufsicht bleiben, während die Eltern spielten", blickt Brigitte Mahr zurück.
Die familiäre Atmosphäre war und ist das Aushängeschild des Vereins. Viel Wert hat der Club auch auf die Jugendarbeit gelegt. Leider gab es eine knapp zweijährige Durststrecke, viele Jugendliche wanderten in Vereine in umliegenden Gemeinden oder der Stadt ab. Jetzt soll ein neuer Trainer neue Impulse geben, die Jugendarbeit soll wieder forciert werden. Denn man weiß, das Freizeit-Angebot für die Jugendlichen ist groß und mit der WM vor Augen wird wieder das Fußballfieber bei den Jungs ausbrechen. "Sie laufen dann lieber dem Leder-, als dem Filzball hinterher", stellen Mahr fest. Im 30. Jahr des Clubbestehens stellt sich der Verein an einem Tag der offenen Tür am 1. Mai vor. Bis dahin wird die Anlage auf Vordermann gebracht sein, offizieller Saisonstart ist am Sonntag, 18. April.
Clubheim vor dem Saisonstart herausgeputzt
Herausgeputzt in Eigenleistung wurde bereits das Clubheim: außen und innen gab es einen neuen Anstrich, dazu im Clubraum neue Vorhänge, neue Lampen und eine neue Thekenverkleidung. Bei Bedarf wird übrigens die Trennwand zum Clubheim der Tennisnachbarn aus Bosenheim geöffnet. "Das gibt es keine Mauern, es gibt gegenseitige Einladungen zu Festen, wie beim Sommerfest unter bayerischem Motto. Bei Bedarf können die Plätzen der anderen mitbenutzt werden", unterstreichen Brigitte und Winfried Mahr. Werbung für die Anlage wurde über die Stadtjugendmeisterschaften 2009 gemacht und 2011 wird in Planig die Stadtmeisterschaft der Erwachsenen austragen. Wer die Anlage noch nicht kennt, darf sich auf ein schönes Plätzchen freuen.

