Die Tüftler von Morgen: Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" in Bingen
18.02.2010 - BINGEN
Von Lena Fleischer
Gero Schüler hasst es, sein Zimmer sauber zu machen. Und sein Freund Vincent Lakomy krümelt gern. Da lag es doch auf der Hand, dass die beiden eine Maschine erfinden, die Staub und Krümeln den Garaus macht: den Multifunktions-Reiniger aus Legosteinen. Mit ihm traten die beiden Zwölfjährigen vom Binger Stefan-George-Gymnasium gestern beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ an. Zum ersten Mal war die Fachhochschule Ausrichter des Regionalwettbewerbs, bei dem sich nicht nur 86 Schülerinnen und Schüler der Jury stellten, sondern auch 56 Jungen und Mädchen bis 14 Jahre bei „Schüler experimentieren“ miteinander konkurrierten.
Seit sie den Multifunktions-Reiniger haben, macht Gero und Vincent das Saubermachen richtig Spaß: Ihr Haushaltsroboter schleudert Staub und Dreck in einen Beutel und kann durch einen Greifarm Müll aufheben. Auch unter Vincents Bett hat er schon für Ordnung gesorgt. Doch was den Sechstklässlern am meisten Spaß gemacht hat, das war das „Zusammensein, Bauen und Spielen“, erzählt Gero.
Faszination Plasmakugel
Weil sein Bruder schon bei Jugend forscht mitgemacht hat und er selbst auch viele Fragen hatte, meldete sich Florian Theißig vom Gymnasium Gonsenheim zum Wettbewerb an. Denn als er einmal in der Lampenabteilung eines Baumarktes landete, entdeckte er dort eine Plasmakugel, die den 14-Jährigen sofort faszinierte. Schnell fand er heraus, dass die Kugel ein elektromagnetisches Feld umgibt und er wollte erfahren, ob das schädlich ist und wenn ja, wie man sich davor schützen kann. Seine Lampe allerdings hat die Versuche des Jungen nicht überstanden: Sie ging kaputt, nachdem Flüssigkeit eingedrungen war. Doch Florian hat sich eine geliehen, mit der er gestern der Jury einige Ergebnisse veranschaulichte. Für ihn steht fest: „Vom nächsten Taschengeld kaufe ich mir eine neue Plasmakugel. Und ich mache auch nächstes Jahr wieder bei dem Wettbewerb mit.“
Die Bekanntschaft mit Smiley, Bibbo und Asterix haben Jule Bauer und Anton Löw von der Ingelheimer Brüder-Grimm-Schule bei ihrem Experiment gemacht. Dabei handelt es sich nicht um Kuscheltiere oder Comicfiguren, sondern um Tomatenpflanzen. Die beiden Viertklässler hatte nämlich interessiert, ob gekaufte Tomaten oder die aus dem eigenen Garten besser sind. Welche schneller wachsen, größer werden und besser schmecken, waren Fragen, denen die Kinder über Monate nachgingen.
„Meine Mutter hat sich gefragt, ob sie im Frühjahr Setzlinge kaufen oder die kleinen Pflänzchen weiterzüchten soll, die noch vom vergangenen Jahr wild im Garten wachsen“, erzählt die zehnjährige Jule, was ihren Forscherdrang angespitzt hat. Also kauften die Kinder Setzlinge beim Gärtner und verglichen sie mit den selbstgezogenen: Welche Pflanze hat die meisten Blüten, welche die größte Zahl an unreifen Tomaten, welche die dicksten Früchte? Antons Papa wurde als Testesser gebraucht: Mit verbundenen Augen vergab er Noten auf Schale, Aroma, Fleisch und Geschmack. Fazit der beiden Jung-Forscher: „Die gekauften sind schneller gewachsen, größer geworden und haben mehr Früchte getragen“, sagt Anton. Und Jule erklärt: „Aber im Geschmack sind sie beide gleich gut.“ Wer also Zeit hat, dem empfehlen die zwei, Tomaten künftig selbst zu züchten und aus vielleicht 20 Pflanzen die fünf bis zehn besten ins Beet einzusetzen.

