Von Heidi Sturm
BENEFIZLAUF Bei jedem Kilometer klingelt´s im Spendentopf
Mehr als 1000 Schüler des Lina-Hilger-Gymnasiums haben sich an der landesweiten Aktion "Dein Tag für Afrika" beteiligt. Mit ihrem Benefizlauf setzten sie ein Zeichen gegen Not und Bildungsarmut und sammelten gleichzeitig "Spendengeld" für die Stiftung Ausbildungshilfe der Ruanda-Hilfe.
Stufenweise waren die Kinder und Jugendlichen und auch etliche Lehrer vom Salinental aus gestartet. Sie liefen, joggten, walkten oder gingen auf dem Rad- und Wanderweg Richtung Niederhäuser Stausee. Die Streckenlänge konnte selbst gewählt werden, wobei möglichst lange Touren angestrebt wurden. Schließlich hatten sich die Läufer Sponsoren für "Kilometergeld" gefunden. Als erstes ging die Oberstufe auf Tour. Die "Kleinen" in der Warteschleife brannten darauf, möglichst schnell etwas Gutes zu tun. Sie waren gut vorbereitet: "Ich habe jeden Tag fünf Minuten trainiert", sagte Catalina von Bonin aus der 5c, die sich sechs Sponsoren gesucht hatte. Mindestens zehn Kilometer, am besten aber alle 16 Kilometer hatte sich die Elfjährige vorgenommen. Auch in der Grundschule hatte die Hargesheimerin schon bei Benefizaktionen mitgemacht und einmal 110 Euro eingenommen.
Klassenkameradin Seezan Barzan macht Leichtathletik beim MTV, hatte aber trotzdem für den Lauf trainiert, damit sie die ganze Strecke schaffte. Nicht aus sportlichen Gründen, sondern für Afrika.
Auch Jasmin Schulz hatte für die angestrebten 16 Kilometer trainiert: Einmal eine Stunde, einmal zweieinhalb. Positiver Nebeneffekt: Sie fühlte sich viel fitter und will jetzt öfter laufen. Einige Sponsoren hatte sie schon vorab gefunden: "Nach dem Lauf gehe ich aber noch einmal sammeln", sagte die Hargesheimerin, die möglichst 150 Euro zusammen bekommen möchte. Jacqueline Baumgärtner hatte dreimal pro Woche trainiert. Auch wenn es anstrengend war und überhaupt keinen Spaß gemacht hatte, wollte sie die Zähne zusammenbeißen: "Für die Kinder in Afrika will ich 16 Kilometer schaffen!"
"Es ist im Vorfeld erstaunlich gut gelaufen, fast alle haben Sponsoren gefunden", freute sich Brigitte Antes, die den Lauf gemeinsam mit den Kollegen Ulla Zink und Werner Groß organisiert hatte. Sehr angetan war Elisabeth Eminger von der Ruanda-Hilfe: "Dieses Engagement widerspricht eindrucksvoll den landläufigen Behauptungen einer immer egoistischeren Gesellschaft." Das Geld ist gerade jetzt dringend erforderlich, weil die Schulzeit in Ruanda von sechs auf neun Jahre angehoben wurde - eine riesige finanzielle Herausforderung.

