CDU will Fraktionschef Jens Heblich im Aufsichtsrat der Bad Kreuznacher Stadtwerke haben
12.07.2012 - BAD KREUZNACH
Von Robert Neuber
Seit der verlorenen OB-Wahl im vergangenen Jahr knistert es in der Kreuznacher CDU immer wieder. Fraktionsvorsitzender Jens Heblich versucht zwar mit aller Gewalt, den Deckel auf dem köchelnden Topf zu halten, aber schon das mitunter konfuse Abstimmungsverhalten der Christdemokraten zeigt, dass Heblich alle Mühe hat, die Zügel in der Hand zu halten. Hinzu kommen Eruptionen der Veteranen wie Bernd Kossmann oder Peter Anheuser, die sich zugute halten, schon viel für die Partei und vor allem für die Stadt geleistet zu haben und die sich ungern an die Kandare nehmen lassen.
Nun aber ist Heblich ausgerechnet gegen Peter Anheuser ein Schachzug geglückt, der seine Vormachtstellung bei den Christdemokraten festigt: In aller Stille fand die Mitgliederversammlung der Kreuznacher CDU statt, bei der es zum Kampf der Titanen um den Einzug in den Aufsichtsrat der Stadtwerke kam - und da es sich hierbei um die Klärung der Nachfolge von Ex-OB Andreas Ludwig handelt, ging es auch um den Aufsichtsratsvorsitz.
Heblich setzte sich nach Anheusers Aussagen mit acht zu zwei Stimmen gegen den Veteranen durch. Und der so Geschlagene ist stinksauer. Denn nunmehr sitze Heblich, der ja doch als Unternehmer zeitlich stark gefordert sei, in sämtlichen relevanten Aufsichts- und Verwaltungsräten: demnächst bei den Stadtwerken, schon jetzt im Verwaltungsrat der Sparkasse Rhein-Nahe, im Beirat der Kreuznacher Entwicklungsgesellschaft, dazu in den Aufsichtsräten der Gesundheit und Tourismus GmbH und der Beteiligungsgesellschaft - in Letzterer laufen die Zahlungen der Stadtwerke auf, die per Ergebnisabführungsvertrag an die Stadt gezahlt werden müssen.
„Früher“, so Anheuser verbittert, „war Usus, dass man höchstens in zwei Aufsichtsräten sitzen konnte - aber jetzt kassiert der (also Heblich, Red.) alles ab!“ Dabei seien es Heblich und natürlich der als CDU-Vorsitzender ausgeschiedene Alfons Sassenroth, dem man die Wahlschlappe gegen Dr. Heike Kaster-Meurer zu verdanken habe. Damit nicht genug: Heblich habe nicht nur Schuld daran, dass die Stadt Bad Kreuznach keinen CDU-Landtagskandidaten mehr habe, weil man seinerzeit gegen ihn, Anheuser, intrigiert und somit seine Landtagskandidatur verhindert habe, sondern auch daran, dass das Bundestagsmandat von Julia Klöckner nun in den Landkreis Birkenfeld abgewandert sei. Das seien „gravierende Fehler“, die in der Führungsriege gemacht wurden.


