Noch eine Portion Jazz
15.06.2011 - BAD KREUZNACH
Von Marieke Jörg
MUSIK „Thomas Bachmann Group“ zu Gast im Kurhaus / Letztes Konzert vor der Sommerpause
An diesem Wochenende konnten sich Jazzfreunde noch eine Portion hochwertige Musik, sozusagen als Wegzehrung, mit in die Sommerpause von „Jazz in der Stadt“ nehmen. Bis zum September müssen sie warten, bis der Jazzkeller seine Pforten wieder für derart hochwertige Unterhaltung wie die der „Thomas Bachmann Group“ öffnet. Diese gehören „zu dem Besten, was Rhein-Main“ zu bieten habe, schwärmte der Erste Vorsitzende der Jazzinitiative, Klaus Meese, zu Beginn des Konzertes am vergangenen Freitag.
Was die Musik des Trios besonders auszeichne, sei das „Spielen ohne das sichernde Netz eines Harmonieinstrumentes“, erklärte Meese in Anspielung auf ihre neueste CD „Seiltänzer“. Mit Stücken dieser Platte fanden sie auch den Einstieg in einen abwechslungsreichen Konzertabend, der zu Beginn des Öfteren von irritierenden Klängen der Tanzmusik vor dem Kurhotel interveniert wurde. Dies sorgte jedoch bei den meisten Anwesenden für Amüsement und brachte auch die Musiker keineswegs aus dem Konzept.
Der Namensgeber und Saxophonist der Band, Thomas Bachmann, diente seinen Kollegen als strukturierendes Element und übernahm zugleich die Moderation des Auftritts. Mit einer gekonnten Mischung aus ruhigen und treibenden Parts begeisterten so bereits die ersten Stücke das Publikum. Mit den durchdacht eingebrachten Soli und dem progressiven Rhythmus von Schlagzeuger Ulli Schiffelholz konnte jeder der drei Jazzmusiker dem Abend seine eigene Note verleihen. Besonders Ralf Cetto - „aus Rheinhessen an den Bässen“, wie sein Bandleader ihn vorstellte - diente mit seinem Kontrabass auf der kleinen Bühne sowohl als Augen- als auch als Ohrenschmaus.
Die Experimentierfreude des Trios, die sich auch durch die Neuinterpretation diverser Beatles-Stücke auszeichnete, verlieh ihrem Auftritt eine spritzige Note - seinen Hang zur Musik der englischen Pilzköpfe drückte Cetto zudem durch sein Fanshirt aus.
Mit diesem mehrstündigen, mitreißenden Ausflug in die Welt des Modern Jazz entließ die Jazzinitiative ihre Fans und Freunde in die Sommerpause.

