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Raum Meisenheim und Idar-Oberstein 

Baumwipfelpfad wäre schonender

11.10.2010 - GEMÜNDEN

Von Klaus Pfrengle

WIDERSPRUCH Verein „Bürger für Gemünden“ wendet sich gegen Steinbruch der Nahe-Hunsrück-Baustoffe

„Der Soonwald in seinen Kern- und Randgebieten eignet sich ideal für Naherholung und sanften Tourismus und muss demzufolge frei von Bergbau bleiben“. Mit diesem Weckruf will der Verein „Bürger für Gemünden“ gegen einen geplanten Steinbruch auf der Höhe mobil machen. Und nicht nur das. Man will auch wirtschaftliche Alternativen für Gemünden aufzeigen, die ebenso gewinnbringend sind und keinen solch gewaltigen Eingriff in die Natur erfordern.

Wie ein solches Konzept aussehen könnte, wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit anschließender Diskussion am vergangenen Samstag unter dem Motto „Zukunftsforum Soonwald“ knapp 50 Interessierten in der Kulturscheune in Gemünden vorgestellt. Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und auch Mandatsträger zeigten an diesem Abend, dass sie nicht bereit sind, sich aus wirtschaftlichen Interessen einen Steinbruch vor die Nase setzen zu lassen.

In- und externe Fachleute sowie Referenten aus Politik, Wirtschaft und Naturverbänden nahmen zu verschiedenen Themen bezüglich Naturpark und seinen Möglichkeiten Stellung. Unabhängig voneinander kamen sie alle zum gleichen Ergebnis: Der Naturpark Soonwald-Nahe mit seinen Kern- und Randzonen birgt gerade jetzt immense Chancen für eine wirtschaftliche Nutzung auf Basis sanfter Methoden, etwa Wanderwegen oder Erlebnispfaden. Dazu könnte vor allem die Installierung eines Baumwipfelpfades als eine Art Initialzündung gehören.

Zur Erinnerung: Seit die Kirner Nahe-Hunsrück-Baustoffe (NHB) als Teil der Basalt AG ein gut 60 Hektar großes früheres Steinbruchgelände im Gemündener Paterwald mittelfristig wieder aktivieren will und der Gemeinderat dafür mehrheitlich grünes Licht gegeben hat, treffen wirtschaftliche Interessen auf der einen Seite massiv auf Einwände der Bürger auf der anderen Seite, die durch den Eingriff nicht nur Lärm- und Staubbelästigungen fürchten, sondern auch das Ende eines Kleinodes. Das Projekt zu verhindern, hat sich der Verein zum Ziel gesetzt. Mehr noch. Man unterstützt Alternativen.

Eine solche könnte ein Baumwipfelpfad am Koppenstein sein. Dieser würde die touristische Attraktivität steigern und biete die Möglichkeit, die waldbezogene Umweltbildung und die erlebnisorientierten Aktivitäten von Landesforsten aus einer anderen Perspektive zu erleben und so zu bereichern. Den Soonwald auf diese Weise ökonomisch nutzen, ohne die Natur zu zerstören, ist das angestrebte Ziel.

Ein von der IHK Koblenz in Auftrag gegebenes Siegergutachten soll in Kürze vorgestellt werden. Für ein solches Projekt benötigen mögliche Investoren allerdings Planungssicherheit. Der Schritt zu dieser Planungssicherheit wäre gewesen, die Wälder über Gemünden als Kernzonen für einen Naturpark zu deklarieren. denn eines ist in keiner Kernzone möglich: Bergbau. Daher hat der Gemeinderat mehrheitlich gegen eine Ausweitung der Kernzone gestimmt.

Kein Grund für den Verein, den Kopf in den Sand zu stecken. Vielmehr will man noch mehr Aufklärung betreiben. Ein erster Schritt war die Infoveranstaltung. Weitere sollen folgen. Gespannt wartet man nunmehr auf die Vorstellung des Baumwipfelpfades.

Diese Montage zeigt ein mögliches Szenario mit einem reaktivierten Steinbruch über Gemünden. Sie diente als Anschauungsmaterial in der Versammlung.	Repro: Klaus Pfrengle

Diese Montage zeigt ein mögliches Szenario mit einem reaktivierten Steinbruch über Gemünden. Sie diente als Anschauungsmaterial in der Versammlung. Repro: Klaus PfrengleVergrößern

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