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Kirn 

In Gedanken waren sie in Nashville

09.08.2010 - KIRN

Von Fabian Siegel

COUNTRY Musiker lassen Legende Johnny Cash auf der Kyrburg weiterleben

Mit Johnny Cash verstarb am 12. September 2003 einer der einflussreichsten Musiker des gesamten 20. Jahrhunderts. Die Gruppe „A Tribute To Johnny Cash“ aus der Nähe von Frankfurt hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Andenken im deutschsprachigen Raum würdig zu vertreten - mit Erfolg, wie sich die Besucher am Samstagabend auf der Kyrburg selbst überzeugen konnten.

„Unser Ziel ist es, ein bisschen von dem Spirit zu vermitteln, den Johnny Cash auf die Bühne brachte“, erklärt Sänger Horst Franke. Die Musiker versuchten dabei, dem Original so nahe wie möglich zu kommen. Sogar in zwei Justizvollzugsanstalten sei „A Tribute To Johnny Cash“ schon aufgetreten - wie einst das Original auf seinen legendären Alben „At Folsom Prison“ und „At St. Quentin“.

Keine authentische Covershow kann allerdings alleine mit einem noch so realitätsnahen Auftritt erreicht werden, wenn das stimmliche Fundament fehlt. Dass „A Tribute To Johnny Cash“ allerdings beides vereint, konnte sich das Publikum auf der Kyrburg bereits zu den ersten Klängen von „A Boy Named Sue“ überzeugen. Horst Frankes Bassbariton kam dem Johnny Cashs verblüffend nahe, egal, ob bei fetzigen Rockabilly-Nummern wie „Get Rhythm“ oder gefühlvollen Stücken wie „You’re the Nearest Thing To Heaven“. Im Duett mit „June Carter“ Karoline Konrad sorgten die Musiker schließlich für einen dieser seltenen Momente, in denen man die Augen schließt und - entgegen besserem Wissens - das Gefühl hat, man sitze mitten in einem Konzert der Legenden.

Doch nicht nur den bekannten Country-Hits wie „Ring of Fire“, „Folsom Prison Blues“ oder „I Walk the Line“ haben sich die sechs Musiker verschrieben. Mit ihrem Auftritt deckte die Band das gesamte musikalische Spektrum Johnny Cashs ab - von den Anfängen in den 1950er Jahren bis hin zum ruhigen, vom traditionellen amerikanischen Folk inspirierten Spätwerk des Altmeisters. „Jeder in der Band hat seine ganz speziellen Vorlieben, was die Schaffensphasen Johnny Cashs betrifft“, berichtet Horst Franke. Daraus ergebe sich eine gute Mischung. Nicht fehlen durften an diesem Abend natürlich auch die zahlreichen Werke andere Musiker, beispielsweise Bob Dylans „It Ain’t Me Babe“ oder Tim Hardins „If I Were A Carpenter“, welche die Musiker wie Johnny Cash in dessen ganz besonderem Stil interpretierten. Bei den Country-Fans, die aus den Weiten der rheinland-pfälzischen Prärie zur Kyrburg gepilgert waren, aber alleine auch nicht dafür sorgen konnten, dass die Besucherränge der Klasse der Musiker angemessen gefüllt waren, kam diese Mischung auf jeden Fall gut an - und wurde mit dem ein oder anderen frenetischem „Yippie ya yeah“ und Cowboyhut-in-die-Nachtluft-Werfen belohnt.

Wie einst June Carter und Johnny Cash: Die Musiker kamen auf der Kyrburg verblüffend nah an das Original heran. 	Foto:  Siegel

Wie einst June Carter und Johnny Cash: Die Musiker kamen auf der Kyrburg verblüffend nah an das Original heran. Foto: SiegelVergrößern

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