Whisky zur Country-Legende
26.07.2010 - KIRN
OPEN-AIR-KINO Ganz besonderes Film-Erlebnis vor der Kyrburg-Kulisse
(gwh.) Funkelnder Sternenhimmel und ein Fastvollmond, es fehlte nur eine laue Sommernacht. Die fünfzig Besucher der 2. Open-Air-Kino-Veranstaltung kamen ins Schwärmen. Es waren allesamt Gäste eines Whiskytastings, in welches ab 22.30 Uhr der 136-Minuten-Streifen „Walk the Line“ eingebunden war. Kyrburgwirt Horst Kroll hatte an diesem Abends passend zum Film das Tasting-Programm ausgerichtet.
Die Großleinwand vor der Kulisse der Kyrburg, auf der der Film über die Countrylegende Johnny Cash zu sehen war, hatten die Besucher über zwei Stunden fest im Blick. Der Film zeigte eine Biografie über das Leben des Countrysängers, angefangen bei seiner Kindheit und Jugend, über den Unfalltod des älteren Bruders und die erste Ehe mit Vivian Liberto, bis hin zu seinen Drogenproblemen. Johnny Cash selbst wählte Joaquin Phoenix als Hauptdarsteller aus.
Der wichtigste Mann des Abends war allerdings Günther Sperlich, der Kirner Casablanca-Pächter mit seinem Wanderkino. Bis es so richtig losgehen konnte, musste improvisiert werden. „Das macht aber auch Spaß“, erzählte er, während er sieben 35-Millimeter-Filme im Halbdunkel zusammenschnitt. Dreitausend Meter lang ist der Film, nicht mehr auf Zelluloid, sondern auf Polyester gebannt. „Der Film ist reißfester“. Das stimmt, lediglich eine Pause zum Wechseln der Filmrolle musste eingebaut werden. Die Gäste mit einem Glas Whisky in der Hand störte dies wenig.
Sperlichs Filmprojektor ist ebenfalls ein Stück Nostalgie. Den Anteil der digitalen Filmvorführung beziffert er auf zwanzig Prozent. Meist ist Sperlich mit seinem fahrbaren Untersatz zu Open-Air-Kinoveranstaltungen im Schwarzwald unterwegs. Er ist ein Kenner seines Faches. So weiß er, dass er auf der Kyrburg keinen Charakterfilm hätte zeigen können. „Denn diese müssen ohne Pause durchlaufen“. Er weiß auch, dass nur gute Filme eine Chance haben. Außerdem müssen Synchronisation und Ton stimmen, denn „das Publikum ist kritischer geworden“. Bei Sperlich selbst steht momentan der Film „Die Friseuse“ hoch im Kurs. Er will ihn auch in Kürze dem Publikum im „Casablanca“ präsentieren.
Die Gäste auf der Kyrburg fanden kein Haar in der Suppe. Das Ambiente war nicht zu überbieten, für diese Veranstaltung wie geschaffen. Roger Gillmann aus Kirn versteht nicht, „wieso die Bevölkerung aus Kirn und Umgebung solche Veranstaltungen nicht unterstützt“.

