Von Günter Weinsheimer
SINNESFREUDEN Gewaltige Resonanz bei der vierten biblisch-musikalischen Weinprobe
Das evangelische Gemeindezentrum hat den festlichen Rahmen der vierten Biblisch-musikalischen Weinprobe geboten. Es war am Samstagabend bis auf den wirklich allerletzten Platz gefüllt. Gäste von Bad Kreuznach bis an die Mosel konnte Herbert Wirzius, Vorsitzender des Fördervereins Lützelsoon, begrüßen.
Um es vorweg zu nehmen: Die Gäste waren angetan von dem, was geboten wurde an Musik, Gesang und Bibeltexten. Daneben ging es nicht um übersteigerten Lebensgenuss, sondern um die Grundnahrungsmittel Brot, Wein und Käse.
Auch in diesem Jahr war es die Kirner Karachigruppe, die zusammen mit zahlreichen freiwilligen Helfern den Saal liebevoll hergerichtet hatte und sich auch um die Organisation der Weinverkostung vorbildlich kümmerte. Die Theologin, Weinfachfrau und jetzt auch Berliner Staatssekretärin Julia Klöckner weiß schon längst, dass Wein und Bibel enger miteinander verbunden sind, als man vermutet.
Klöckner hatte vor geraumer Zeit mit einer ehemaligen Kollegin ein Buch zu diesem Thema verfasst, aus dem sie Bibeltexte vortrug. Nicht nur die fünf Winzer von der Nahe sorgten an diesem Abend mit ihren auserlesenen Weinen für Gaumenkitzeln, auch der Käse vom Bornwiesenhof in Wilzenberg-Hußweiler bei Birkenfeld.
Und dann ist noch Alfred Wenz aus Bundenbach zu nennen, der Obermeister der Bäckerinnung des Kreises Bad Kreuznach. Unter den vielen Brotsorten feierte das "Bibelbrot" Weltpremiere, wie er selbst feststellte. Nicht nur dass das Brot in der Bibel über 300 Mal erwähnt wird, es wird auch mit Zutaten gebacken, die schon in der Bibel erwähnt werden: Mehl, Wasser, Mohn, Honig, Hefe, Leinsamen, Bohnenmehl, Dinkelvollkornsauerteig getrocknet, Hirse, Kümmel und Salz aus dem Toten Meer. Zudem ist mit dem Kauf eines jeden Brotes eine Spende in Höhe von zehn Cent für einen karitativen Zweck verbunden.
Bariton Adolf Rupp und Tenor Edwin Hermes - der auch am Klavier begleitete - trafen mit ihren Liedern genau den Nerv des Publikums. Ihr Repertoire reichte von "Ich bete an die Macht der Liebe" bis hin zu "Ach, ich hab´ in meinem Herzen" aus der Oper "Schwarzer Peter". Der Kirner Erwin Jost unterhielt die Gäste musikalisch. In den festlichen Rahmen passten auch die Liedbeiträge der Bad Sobernheimerin Elisabeth Denzin. Nach dem über dreistündigen und abwechslungsreichen Programm setzte sie mit "The Rose" einen Schlusspunkt unter eine gelungene Veranstaltung, die die Besucher mit viel Beifall quittierten.
Diese "Paarung" machte an dem Abend das Rennen: Christstollen gereicht mit einem 2007er Obermoscheler "Geißenkopf" (Gewürztraminer Auslese). Die Adventszeit kann also kommen.
Herbert Wirzius hatte vielen zu danken, so auch Pfarrer Michael Zeh - er erinnerte auch daran, dass in der Welt jeder Sechste gegen Unterernährung kämpft - für die kostenlose Bereitstellung des Raumes. Der Erlös der Veranstaltung fließt der Unterstützung krebskranker und notleidender Kinder und deren Familien zu.

