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Kirn 

Zeitgeschichte mit Kamera auf der Spur

11.12.2008 - KIRN

Von Lena Müller

"Wie war das denn damals?" / Hauptschule stellt Ergebnisse in Form von drei DVDs vor

KIRN "Wie war das denn damals?" Diese Frage stellen sich seit 2005 insgesamt 30 Schüler in einer Arbeitsgemeinschaft und an Projekttagen. Die Ergebnisse wurden nun dem Schulelternbeirat der Hauptschule in Form von Kurzfilmen präsentiert.

Begonnen hatte das Projekt während der Projektwoche 2005. Die aus zehn Schülern bestehende Gruppe begann mit ihrem ehemaligen Lehrer Fritz Bischof, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Man wollte herausfinden, wie sich früher in Kirn das Zusammenleben mit den jüdischen Bürgern gestaltet hat. Zu diesem Thema konnte mit Nikolaus Furch ein wahrer Fachmann gefunden werden. Die Schüler notierten sich Fragen zum Thema, die in einer Runde auf dem jüdischen Friedhof an Furch gestellt wurden. Peter Ziegler begleitete alles mit seiner Kamera. Nach dem Besuch auf dem Friedhof schauten sich die Schüler gemeinsam mit Lehrer Bischof, Kameramann Ziegler und Studiendirektor a.D. Furch die Gedenktafel im Steinweg an. Auch hier berichtete Furch bereitwillig und zeigte anhand einer Karte, wo in Kirn überall jüdische Familien lebten. In den Filmen werden diverse Fragen beantwortet, etwa: Wie viele Juden lebten zu Beginn des Dritten Reichs in Kirn? Wurden in der Reichskristallnacht auch in Kirn Juden umgebracht? Was ist in dieser Nacht in Kirn geschehen? Und: Wo wurden die jüdischen Mitbürger aus Kirn hingebracht? Auch allgemeine Fragen zum Judentum wie zur Kopfbedeckung oder der Trennung zwischen christlichem und jüdischem Friedhof konnte Nikolaus Furch beantworten. Über die Fragerunde auf dem jüdischen Friedhof entstand ein Film von 15 Minuten Länge und über die Gedenktafel ein Beitrag von 14 Minuten. Nach diesen beiden Filmen wollten die Jugendlichen noch einen dritten Film drehen. Der befasst sich mit der Frage "Gibt es denn noch Zeitzeugen?". Es konnten mit Günter Burger, Kurt Groß, Wilhelm Schulte, Anni Schulte und Werner Knapp fünf Zeitzeugen ausfindig gemacht und interviewt werden. Die Schüler stellten einen Fragenkatalog zusammen. Die Antworten der Zeitzeugen wurden gefilmt und in einem Film von 23 Minuten Länge zusammengeschnitten. Auch nach seiner Pensionierung im Sommer 2007 arbeitete Fritz Bischof mit den Schülern der 9. und 10. Klasse an dem Projekt weiter. So wurden die Gedenkstätten Osthofen und Hinzert bei Morbach besucht. Auch dazu steht genug Filmmaterial zur Verfügung. Die Schüler stellten dazu den Leitern der Gedenkstätten Fragen und filmten auch deren Antworten. Heute arbeiten noch vier Schüler am Projekt weiter, sodass im nächsten Jahr ein vierter Teil von "Wie war das denn damals?" fertiggestellt sein soll. Dieser Film soll den Besuch des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof dokumentieren. "Die Schüler gingen immer ernsthaft mit dem Thema um und waren sehr wissbegierig", erklärte Peter Ziegler. Er arbeitet seit 2003 mit Schülern der Hauptschule zusammen. Damals begann er mit einer Video-AG und vermittelte den Schülern einiges an Wissen über Videotechnik.

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