Von Heidi Sturm
Reger Andrang herrschte am frühen Samstag morgen an Gleis 3 auf dem Bahnhof. Dort hatten sich gut 50 Eisenbahnfreunde aller Altersklassen eingefunden, versammelt, um den historischen Dampfschnellzug der Ulmer Eisenbahnfreunde mit seinen nostalgischen Sonderwagen auf dem Weg zum Eisenbahn-Jubiläumsfest in Luxemburg zu bestaunen.
Etliche waren gekommen, um die Schnellzugdampflok 01 118 zu fotografieren oder das Stahlross Kindern und Enkeln zu zeigen, andere hatten Tickets zum Mitfahren und schwelgten in Vorfreude auf einen herrlichen Tag.
Beatrix Riedel aus Hüffelsheim war die erste am Bahnsteig. Sie brachte ihrem Mann eine Jacke zum Zug: Der war schon morgens um 3 Uhr mit dem Sohn nach Frankfurt gefahren, um die Zugfahrt von Anfang an auszukosten und hatte dann per Handy die Jacke angefordert. Früher sei sie öfter mitgefahren, erzählte Beatrix Riedel. Heute sei ihr eine solche Tour zu anstrengend, zu anstrengend zumal zu Hause drei Katzen maunzten.
Begeistert war Beate Schäfer aus Waldböckelheim, die sich mit Sohn Alexander und Lebensgefährte Uwe Fey auf die Fahrt nach Luxemburg freute: Einfach einmal “einen Tag nichts tun und nur genießen", schwärmte sie. Der Filius freute sich, weil er schon einmal auf Rügen mit dem Rasenden Roland gefahren war, und Uwe Frey hoffte angesichts der erwarteten Motivfülle auf eine lange Lebensdauer der Kameraakkus.
Die drei hatten sich kurzfristig entschieden und auch noch genau die letzten Karten bekommen. Horst Partenheimer aus Bockenau hatte für sich und die Enkel Sven, Dominik und Marvin nur noch Stehplätze bis Idar-Oberstein ergattert, was aber die Vorfreude auf die nostalgische Fahrt nicht schmälern konnte.
Zum Anschauen war Marion Lamb aus Bretzenheim mit Enkel Melvin gekommen. Der Fünfjährige war glücklicherweise morgens früh genug wach geworden.
Als Männerquintett starteten die Modellbahnfreunde Hargesheim, die nicht nur die Fahrt nach Luxemburg genießen wollten: “Wir suchen unterwegs noch Mitglieder", schmunzelte Lothar Opp, und Hermann Verhag ergänzte, dass auch Sponsoren für eine Lok oder eine Drehscheibe willkommen seien. Alexander Griesbach, Enkel des Vorsitzenden Volker Ebertz und selbst stolzer Besitzer einer H0-Dampflos, hatte für die Fahrt sogar bereitwillig auf das Kanutraining verzichtet. Zum Quintett zählte auch Gerhard Schumann, der extra aus Stuttgart angereist war. Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof wurde die dampfende Lok von einem kleinen Konzert aus Kameraklicks begrüßt, und natürlich wurden auch die wenigen Minuten Standzeit reichlich zum digitalen Verewigen genutzt, bevor der Nostalgiezug mir winkenden Passagieren in einer Dampfwolke Richtung Idar Oberstein entschwand.

