Jungfernfahrt mit Oldtimer
02.09.2010 - WÖRRSTADT
Von Kathrin Damwitz
WESTSPANGE Wörrstädter Ortsumgehung gestern feierlich eingeweiht
Er blinkte und blitzte am Mittwochnachmittag in der Sonne, der dunkelrote Morris Baujahr 1934 des Wörrstädters Walter Tesch. Mit diesem Oldtimer durfte die Weinprinzessin der Verbandsgemeinde, Patricia aus Gabsheim, die Jungfernfahrt auf der neu gebauten, 1,5 Millionen Euro teuren Westspange, der L 414, machen. Danach konnte auch Stadtbürgermeister Ingo Kleinfelder neben Tesch Platz nehmen und eine Runde auf der rund einen Kilometer langen Strecke drehen. Bei einem offiziellen Festakt war die Spange zuvor freigegeben und von den Pfarrern Koch und Ludwig gesegnet worden.
Lange haben die Bürger gewartet, schon 1981 tauchte die Westumgehung erstmals im Ortsentwicklungsplan nebst Verkehrsplan auf, hatte Ingo Kleinfelder nachgeschlagen. „Was lange währt, wird endlich gut“, kommentierte er die Freigabe der Asphaltpiste, die am westlichen Ortsrand hinter Schulzentrum und Seniorenheim entlang verläuft. Zwei Kreisel nahe des Bahnhofs und Rewe-Marktes und am Abzweig in die Kreuznacher Straße sind neu entstanden. „Für die Rommersheimer und die Friedrich-Ebert-Straße stellt die Westspange eine große Entlastung dar“, war Kleinfelder überzeugt. Allerdings sagte er, es sei nun lediglich ein Teilziel erreicht worden. Die Nordspange zwischen Saulheim und Wörrstadt müsse ebenso gebaut werden wie eine große Umgehung. Momentan bestehe Einigkeit mit Saulheim, und gemeinsam mit der Verbandsgemeinde müsse dies genutzt und das Projekt forciert werden.
VG-Bürgermeister Markus Conrad kündigte denn auch an, dass vermutlich Ende 2010 Baurecht für die Nordspange hergestellt sein werde. Ziel für die Zukunft sei eine große Nordumgehung, meinte Conrad. Landrat Ernst-Walter Görisch appellierte an Land und Bund, die Mittel für den Straßenbau nicht zu reduzieren. „Unser Landkreis ist stark gewachsen und wird das weiter tun, daher müssen wir das Straßennetz anpassen“, unterstrich der Landrat.
Die neue L 414 bringe der Stadt Vorteile. „Mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität und weniger Lärm“ für die Bürger, erwartet Staatssekretär Alexander Schweitzer aus dem Mainzer Verkehrsministerium. Und der Chef des Landesbetriebs Mobilität (LBM), Bernhard Knoop, lobte alle am Verfahren Beteiligten, denen der Straßenbau trotz Problemen gelungen war. Von den Bürgern und auswärtigen Kunden, die in der Stadt einkaufen, gab es Zustimmung für die neue Straße. „Das große Verkehrsaufkommen wird etwas entzerrt, und durch die Kreisel werden Unfälle vermieden“, meinte etwa Ute Schmitt-Ring aus Gabsheim. Aber ein Anwohner der Breslauer Straße in Wörrstadt, die unter dem Schwerverkehr auf der B 420 leidet, gab zu bedenken, dass in Sachen Bundesstraße dringend etwas getan werden müsse. „Für uns bringt die Westspange gar nichts. Wir können wegen der Lastwagen nachts nicht schlafen“, kritisierte er.

