Von Katja Schäfer
MESSUNG Verein zum Schutz des Rheins nimmt Wörrstädter Brunnenwasser unter die Lupe
178 Milligramm Nitrat pro Liter fand der Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR-Gewässerschutz e.V.) gestern im oberflächennahen Grundwasser eines Wörrstädter Brunnens. "Dieser Wert ist extrem hoch", erklärt der Pressesprecher des Vereins, Harald Gülzow. Bei Gießwasser sollte der Nitratwert nicht höher als 100 Milligramm sein. Durch die Untersuchungen können die Umweltschützer Entwicklungen, wie zum Beispiel steigende Nitratkonzentrationen oder Versäuerungen im Wasser frühzeitig erkennen.
Die Brunnenbesitzer erhalten grundlegende Informationen über die Güte ihres Wassers sowie Ratschläge, wie sie selbst mit den Werten umgehen können. "Aufgrund eines hohen Nitrat-Wertes sollte, wenn möglich, mit Regenwasser bewässert werden", so Gülzow zum erhöhten Nitratwert einer Wasserprobe. In der Grunduntersuchung wurde das Wasser vor Ort auf Nitrat-, Säure- und Salzgehalt überprüft. Die Ergebnisse hierfür lagen bereits kurz vor Ende der Aktion vor. Für eine genauere Untersuchung auf coliforme Keime, halogenartige Pestizide und Schwermetalle benötigen die Umweltschützer allerdings etwas länger. "Diese bakteriologische Untersuchung sollen wir oft machen, wenn Kinder oder Enkel mit dem Wasser spielen", so Gülzow zu den Beweggründen für eine weitere Prüfung.
"Wenn ich mein Brunnenwasser untersuchen lasse, dann schon richtig", so Bernd Held, der das Wasser aus dem gemeinschaftlichen Brunnen der Nachbarschaft zum Testen vorbeibrachte. Wie der Wallertheimer dachten auch viele andere. So lag kurz vor Ende nur knapp ein Viertel der gesamten Testergebnisse vor. Allerdings waren jeweils die Natriumwerte sowie der Salzgehalt zu hoch. Bei einem erhöhten Chloridwert sollte dieser im Auge behalten und gegebenenfalls nach circa einem Jahr noch mal genauer kontrolliert werden. Erfreulich ist, dass die PH-Werte mit einem Messwert von rund sieben im Normbereich lagen.
Als mögliche Gegenmaßnahmen zur Regulierung des hohen Nitratgehaltes nennt Gülzow eine bessere Düngeregelung und verpflichtende Bodenuntersuchungen. "Grundsätzlich müsste weniger Dünger eingesetzt werden", so das Resümee Gülzows. Durch die Analysen erhält VSR-Gewässerschutz Informationen über den Zustand des oberflächennahen Grundwassers der Region. "Wir machen die Messungen schon seit über 20 Jahren", so der Pressesprecher über seine langjährige Arbeit.
Auf seiner Tour durch Deutschland gastierte das Labormobil des VSR gestern auf dem Wörrstädter Marktplatz an der Jahnstraße. Das Einsatzgebiet der Umweltschützer liegt zwischen Rhein und Oder. "Man trifft uns genauso in Rheinhessen wie auf Usedom", nennt Gülzow die Eckpunkte ihrer Tour.


