Gemütlichkeit kommt an
20.02.2012 - WÖRRSTADT
Von Sarah Faber
FASTNACHTSUMZUG I Wörrstädter Narrenparade fällt diesmal etwas kürzer aus
Der Fastnachtsumzug durch die Wörrstädter Innenstadt fiel dieses Mal etwas kürzer aus als in den vergangenen Jahren. Doch die großen und kleinen Narren aus Wörrstadt und den umliegenden Gemeinden machten das Beste daraus und erschienen bei milden Temperaturen und trockenem Wetter zahlreich entlang der Zugstrecke zum Zuschauen, Süßigkeitensammeln und Mitfeiern und erfreuten sich ausgelassen und mit viel Musik der fünften Jahreszeit. Nach dem Zug ließen sie in und vor der Neubornhalle den Tag ausklingen und feierten dort bis in den Abend.
Aufwändige Motivwagen eher die Ausnahme
Wagen mit aufwändiger Kulisse und hohen Motto-Aufbauten wie der der TG 1860 Rommersheim bildeten in Wörrstadt dieses Mal eher die Ausnahme. Stattdessen waren viele lokale Gruppen zugegen, etwa die Kinder und Erzieher von der Kita „Juwelchen“ im „Villa Kunterbunt“-Aufzug, die Hakofreunde 2001 Wörrstadt, die THW-Jugend, die Gymnastikgruppe der TuS Wörrstadt, welche kleine Spontanvorführungen darbot, wenn der Zug stockte, der FC 06 Wörrstadt, die „Spiesheimer Trottoirs“ und die Jugendfußballabteilung der TuS Wörrstadt, welche mit ihrem Schild „Platznotstand! 20 Teams auf einem Platz“ die einzige politische Botschaft des Umzuges vorbrachte.
Nicht fehlen durften natürlich der Elferrat, das Prinzenpaar, Lena und Darius, würdevoll in Weinrot gekleidet und in einem schwarzen Cabrio sitzend, und der rot-schwarz gewandete Elferrat der Teufelssitzung.
Das bunte Treiben wurde begleitet von der typischen Kakophonie aus Blasmusik und Trommeln, Fastnachtsliedern, Diskomusik und Après Ski-Hits. Mit dabei waren der evangelische Posaunenchor Armsheim/Schimsheim, der Musikverein Wörrstadt und der katholische Musikverein Sulzheim. Auch die Wagen der „Silverboys“, des Jugendclubs Wolfsheim 1984 und von „The Project“ sorgten mit ihren Partyhits für Stimmung.
Stände säumen den Straßenrand
Doch die Musik kam in Wörrstadt nicht nur vom Zug, sondern auch vom Straßenrand her: Dort waren entlang der Zugroute immer wieder Musikanlagen, Glühweinausschänke und kleine Essensstände von engagierten Anwohnern und Ladenbetreibern organisiert worden, was dem närrischen Treiben vor und nach dem Fastnachtsumzug ein wenig das Flair eines Straßenfestes verlieh. Auf die Frage hin, ob das nicht auch fürs Geschäft gut sei, meinte ein gut gelaunter Sheriff vom „Krempelmakler“ nur: „Ach was! Viel wichtiger ist, dass man hier Stimmung macht, die Leute unterhält.“
„Weniger Stress als in Mainz“
So war der Wörrstädter Umzug dieses Jahr geprägt von den Besonderheiten, die die Fastnacht in den nicht so großen Städten ausmachen. Einerseits waren sich viele Narren einig, dass der Umzug zwar schön, aber leider viel zu kurz gewesen war. „Gerade mal 25 Minuten - ich habe extra auf die Uhr geschaut“, stellte eine Zuschauerin fest. Doch die fünfte Jahreszeit abseits der Karnevalshochburgen zu feiern, bot auch Vorteile. „Es ist gemütlich hier“, fand Stefan Lonz, der am Straßenrand mit seiner mobilen Disco die Zuschauer unterhielt. „Man findet hier immer einen Platz. In Mainz ist das stressiger, man muss viel früher da sein.“

