Ein Näschen für die Drogen
22.08.2011 - WÖRRSTADT
Von Sarah Faber
VERKEHRSSICHERHEIT Infotag von Polizei, Feuerwehr, DRK und Landeskriminalamt stößt auf nur wenig Interesse
Zum Tag der Verkehrssicherheit gab es in und um die Neubornhalle viel zu sehen. Polizei, Feuerwehr, DRK und Landeskriminalamt zeigten ihr Handwerkszeug, klärten über häufig unterschätzte Gefahren im Straßenverkehr auf, führten Einsatzdemonstrationen durch und rundeten das Ganze mit einem familienfreundlichen Rahmenprogramm ab.
Beliebt waren beispielsweise die beiden Autosimulatoren, einer zum Messen und Veranschaulichen von Reaktions- und Bremswegen und einer, der Fahren unter schlechten Wetterbedingungen oder Drogeneinfluss nachahmte. Wessen Herz weniger für Computerspiele und mehr für Adrenalin schlug, konnte in einer rotierenden Lkw-Fahrerkabine ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn sich ein Lastwagen überschlägt, oder auf dem Aufprallsimulator erleben, was für einen immensen Ruck ein Aufprall auf ein stehendes Hindernis schon bei relativ geringen Geschwindigkeiten gibt.
Die Drogenfahndung zeigte ihr Handwerkszeug - Material für Blut- und Urintests, zur Substanzenerkennung und einiges mehr - und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. Was beispielsweise viel zu wenige Leute wüssten, sagte Hauptkommissar Ralf Beitz, sei, dass ein Joint noch zwei bis drei Tage lang nachwirke - und nachzuweisen sei.
Hundefreunde bekamen eine Vorführung von den scharfen Nasen der Polizeihundestaffel Mainz und der außerordentlichen Disziplin der Rettungshundestaffel Alzey. Schäferhund Fürst fand in kürzester Zeit zwei kleine Päckchen mit Drogen in der Kofferraumverkleidung und im Motorraum eines Vorführungsautos. Die Feuerwehr beeindruckte mit dem Absichern und Aufschneiden eines auf die Seite gekippten Wagens, das Landeskriminalamt demonstrierte den Einsatz seiner Wärmebildkamera, diverser Messgeräte und - besonders eindrucksvoll - seiner Nebelmaschine. Auch die Verkehrspolizei stellte einiges von ihrem Handwerkszeug aus.
An die Kinder hatte man ebenfalls gedacht. Neben Torwandschießen und einem Malwettbewerb gab es auch einen von der Jugendverkehrsschule betreuten Fahrradparcours, der richtiges Verhalten im Straßenverkehr vermittelte, und zwei Vorführungen der Polizeipuppenbühne Mainz. Ja, „Puppen spielende“ Polizisten würden manchmal belächelt, sagte Stefan Löseke von der Polizeipuppenbühne, doch wer das mit Kasperletheater verwechsele, habe das Konzept nicht verstanden. Äußerst schade war die relativ geringe Anzahl an Besuchern, die zum Tag der Verkehrssicherheit fanden. Zu wenig Werbung, meinten einige; der Termin sei ungünstig oder die Leute gingen bei so schönem Wetter lieber ins Schwimmbad, meinten andere. Die Veranstaltung war merklich für weitaus mehr Gäste ausgerichtet und sie hätte für alle Interessantes wie auch Unterhaltsames zu bieten gehabt.

