Sicher, sauber, nur kein Supermarkt
31.07.2010 - UDENHEIM
Von Kathrin Damwitz
GEMEINDE- UND STÄDTE-CHECK Udenheimer wohnen gern in ihrer Gemeinde, äußern aber auch Kritik
Insgesamt erreichte Udenheim beim AZ-Gemeindecheck die Schulnote „Befriedigend“. Ein Durchschnitt von 3,37 kam nach Auswertung aller Fragebögen bei dieser nicht repräsentativen Umfrage heraus. Mit seinen Sportangeboten, der Sicherheit, sauberen Straßen und den Veranstaltungen für Senioren kann der Ort punkten. Hingegen sieht es in den Bereichen Einkaufsmöglichkeiten, Radwege und öffentlicher Nahverkehr eher mau aus.
Nahverkehrsanbindung deutlich kritisiert
„Eine Busverbindung nach Mainz, wie früher, ist notwendig“, schreibt ein Rentnerehepaar. Und ein weiterer Udenheimer, über 75 Jahre alt, beklagt auf dem Fragebogen „Es gibt nur eine Bäckerfiliale, sonst nichts.“ Einkaufsmöglichkeiten für Grundnahrungsmittel wünscht sich ein Leser, der auch die Anbindung an den Nahverkehr über den Bahnhof Saulheim als „katastrophal“ kritisiert. Es sollte eine Möglichkeit zur direkten Anbindung mit Bussen nach Mainz oder Alzey „wieder, wie bereits früher, hergestellt werden“, hält dieser Leser fest. Eine junge Frau erachtet einen Bäcker, der auch sonntags offen hat, als sinnvoll. „Radwege nach Saulheim und Schornsheim wären wünschenswert“, betont ein junger Mann.
Das Sportangebot im Ort erhält die Gesamtnote 2,19, dicht gefolgt von der Sicherheitslage mit der Zensur 2,26. Auf eine 2,32 kommt der Bereich „Sauberkeit in der Gemeinde“, den vierten Platz belegt das Angebot für Senioren mit einer 2,63. Allgemein ergibt sich für die Lebensqualität in Udenheim eine 2,67. Die Kindergartensituation wird mit einer 3,11 benotet, die Familienfreundlichkeit mit 3,16.
Schüler müssen in Nachbargemeinden fahren
Die Angebote für Jugendliche landen mit einer 3,44 auf Rang acht. 3,53 lautet das Ergebnis für die Verkehrsbelastung im in der Kommune. Da es keine Schulen vor Ort gibt und die Kinder und Jugendlichen deshalb in benachbarte Gemeinden fahren müssen, kassiert das Schulangebot auf Rang zehn eine 4,88. Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr ist offenbar mangelhaft: Note 5,0 und der elfte Platz. Schlechter schneiden nur noch die Einkaufsmöglichkeiten ab, die mit 5,21 beim Gemeindecheck auf dem letzten Rang landen.
Dass es in ihrer 1 350-Einwohner-Gemeinde keine Supermärkte geben kann, liegt für Bürgermeisterin Ruthild Breyer auf der Hand. „Das lohnt sich für die Geschäftsleute nicht, wie viele Beispiele gezeigt haben“, sagt sie. Ein Metzger, der regelmäßig mit einem Verkaufswagen vor Ort war, habe nicht genug Zuspruch gefunden.
Nachfrage nach Einkaufsangebot zu gering
„Wir haben das von der Gemeinde zwar angeleiert, weil es immer gefordert wird. Aber letztendlich ist die Nachfrage zu gering, weil die Kunden die Supermärkte in Saulheim oder Wörrstadt ansteuern“, bringt es Ruthild Breyer auf den Punkt. Sie ärgere sich, weil nach vielen Angeboten lauthals geschrien werde, diese aber nach ihrer Einrichtung von der Bevölkerung nicht angenommen würden. „Beispiel Grillplatz. Den haben sich die Bürger angeblich sehnlichst gewünscht. Er wurde in dieser Saison gerade einmal gebucht“, bedauert sie.
Auch die Busse nach Saulheim und Alzey seien nie ausgelastet gewesen. „Da fuhr doch niemand mit“, weiß die Ortschefin. Was die Radwege nach Schornsheim und Saulheim anbelange, so stehe die Gemeinde in Verhandlungen mit der Verbandsgemeinde und dem Landesbetrieb Mobilität. Eines der Probleme stelle dabei die Wegeführung und die Förderfähigkeit dar. Richtung Saulheim sei zudem die Autobahn 63 ein Hindernis, das umgangen werden müsse. . INTERVIEW

