Klang aus acht Jahrhunderten
03.11.2010 - SULZHEIM
Von Sabrina Cali
KONZERT Gruppe „Witzun“ spielt für Renovierung der Sulzheimer Kirchenorgel
Mit einem Benefizkonzert unterstützte die Gruppe „Witzun“ am vergangenen Samstag die Sulzheimer Kirchengemeinde, um der Renovierung der Orgel der katholischen Kirche Philippus und Jakobus ein Stück näher zu kommen.
Musiker beweisen epochale Leidenschaft
Es handelt sich hierbei um eine Michael-Körfer-Orgel, benannt nach einem Orgelbauer, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Gau-Algesheim tätig war. Zur Instandhaltung dieser historischen Orgel benötigt die katholische Kirchengemeinde Sulzheim rund 19 000 Euro. Der Gruppe „Witzun“ ist es sehr wichtig, genau solche Denkmäler zu bewahren, und es freut sie bei einem solchen Projekt helfen zu können. Ihr Interesse an der Geschichte ist schon an ihrer Namensgebung zu erkennen. Um die Verbundenheit zu ihrer Heimat darzustellen, nannten sie sich „Witzun“. Dieser Begriff stammt aus der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes Hangen-Weisheim aus dem Jahre 773. Die Leidenschaft für historische Epochen ist auch in ihrem Repertoire zu erkennen, denn ihr Programm umfasst Musik aus acht Jahrhunderten.
Die Gruppe besteht seit elf Jahren und seit zehn stehen die Musiker schon zusammen auf der Bühne. Lediglich die Besetzung hat sich im Jahre 2007 verändert. Zu der reinen Männerband, bestehend aus Ralf Mateblowski (Akkordeon, E-Piano), René Hunder (Akkustik-Gitarre), Roger Bretz (Quer-, Blockflöte, Klarinette, Gesang), Gerold Kammerlander (Gitarre) und Wolfgang Rhaue (Bass), gesellte sich die rund 30 Jahre jüngere Jacqueline Hirschler, die die Gruppe mit ihrem engelsklaren Gesang unterstützt.
Der Band ist es ein großes Anliegen dem Publikum die verschiedenen Klänge der Musikgeschichte näherzubringen. Dadurch entsteht ein sehr facettenreiches Programm, das die Zuschauer in verschiedene Länder und Epochen entführt. So spielten sie „Down by the Salley Gardens“, eine Vertonung eines Gedichtes des irischen Poeten William Butler Yeats aus dem Jahre 1889.
Stücke als Liebeserklärung an Heimatdorf
Bei diesem Stück werden irische Klänge mit einer einprägenden Melodie kombiniert. Ein besonderer Höhepunkt bei dieser Inszenierung war der Zusammenklang der beiden sehr konträren Stimmfarben der Sänger, die sich perfekt ergänzten. Um dieses Lied so authentisch wie möglich darzustellen, griff Roger Bretz zur Thin whistle, eine Flöte aus dem frühen 19. Jahrhundert, die vor allem in der irischen Folkmusik verwendet wurde.
Sehr am Herzen liegt der Gruppe die gefühlvolle Ballade „Unter rotem Ton“, komponiert von René Hunder. Bei diesem Stück handelt es sich um eine Art Liebeserklärung an ihr Heimatdorf und dessen liebenswerte Einwohner.
Wer sich kulturgeschichtlich weiterbilden und musikalisch überraschen lassen will, für den ist ein Konzert von „Witzun“ ein Muss. Aber auch Liebhaber für Musik, die zum Träumen anregt, werden bei einem Abend mit der Gruppe viel Freude haben.

