Von Kathrin Damwitz
PROTEST Anlieger der Saulheimer Professor-Neeb-Straße halten ihren Kostenanteil am Straßenausbau für zu hoch
Gegen die anstehende Komplettsanierung der Professor-Neeb-Straße, die Thema im Gemeinderat war (die AZ berichtetet), regt sich erster Widerstand seitens der Anwohner. Sie möchten einen möglichen Ratsbeschluss für eine Grundsanierung wegen der von ihnen zu tragenden Anliegerkosten keinesfalls hinnehmen.
"Der Busbahnhof wird mit Steuergeldern gebaut, damit Bürger aus Udenheim, Schornsheim und Gabsheim die Bahn nutzen können. Die Sanierung der Zufahrtsstraße sollen einzelne Bürger aus Saulheim übernehmen. Das kann nicht sein", bringt Ludwig Schmitt seine und die Meinung seiner Nachbarn in der Neeb-Straße auf den Punkt.
"Es muss mit viel Unruhe und Protesten gerechnet werden", weiß der Saulheimer. "Denn hier wohnen keine Banker-Aufsichtsräte und Millionäre, sondern Arbeiter und Rentner", sagt er.
Allein auf ihn würden wahrscheinlich mehr als 10000 Euro Anliegerkosten zukommen, hat er ausgerechnet. "Schnellstmöglich" muss nach Ansicht der Anwohner eine Bürgerversammlung stattfinden, "damit vor der Wahl den Bürgern die Meinung der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen bekannt wird."
Ludwig Schmitt erinnert an die Belastungen, denen die Mitte der sechziger Jahre gebaute Straße im Lauf der Jahrzehnte ausgesetzt war. Nicht nur der gesamte Zuckerrübenverkehr von Saulheimer und Udenheimer Landwirten sei abgewickelt worden. "Auch beim Bau der Unterführung in der Mainzer Straße wurde die Professor-Neeb-Straße eineinhalb Jahre lang als Hauptzufahrtsstraße nach Nieder-Saulheim benutzt. Der gesamte Verkehr von und nach Saulheim mit Pkw, Bussen und Schwerlastverkehr ging durch unsere Straße", blickt Ludwig Schmitt zurück.
Zudem nutzte der gesamte Lkw-Verkehr die Straße, als der alte Sportplatz in der Jahnstraße zu Bauplätzen umgewandelt wurde. "Gegen den Willen der Anwohner" werde jetzt noch der Busbahnhof gebaut. Wenn beim Bau der Straße in den sechziger Jahren Fehler mit dem Unterbau gemacht wurden, so Schmitt, dürfe die Reparatur heute nicht einzelnen Bürgern aufgebürdet werden. Vor Bau des Busbahnhofs hätten VG und Gemeinde sich vergewissern müssen, ob die Zufahrtsstraße den Belastungen überhaupt gewachsen sei. Ohnehin stand die Neeb-Straße neben der Jahnstraße aber auf der Sanierungsliste der Ortsgemeinde ganz oben, wie Ortsbürgermeister Walter Klippel im Gemeinderat gesagt hatte. Edwin Schmitt vom Bauamt der VG unterstrich im Gespräch mit der AZ, dass der Ausbau der Neeb-Straße aus technischen Gründen zwingend erforderlich sei. Dann könnte die Decke in einem Zug aufgebracht werden und es entstehe ein einheitliches Bild ohne Senken und Buckel, nicht zuletzt fließe auch das Oberflächenwasser geordnet ab.

