Von Thomas Ehlke
Armsheimer Schreinermeister findet weitere Klingen aus Altsteinzeit
Die Gemarkung zwischen Armsheim und Wallertheim bleibt ein interessanter Fundort für Zeugnisse aus der Steinzeit. Hatte der Armsheimer Hobby-Archäologe Wilfried Kehr erst im Frühsommer eine aus verkieseltem Tuffstein gefertigte Klinke aus dem Paläolithikum, der Altsteinzeit, an der Grenze von Streit- und Kehrgewann entdeckt (die AZ berichtete), wurde er nun erneut fündig. Weniger der Umstand, dass der Schreinermeister weitere Klingen in diesem Gebiet ausmachen konnte, sondern die Umstände, wie es dazu kam, lassen aufhorchen. Denn diesmal waren es die Erkenntnisse aus dem regionalen Gesprächskreis Vor- und Frühgeschichte, die Kehr auf die richtige Spur setzten. Die Auswertung jahrelanger Recherchen von Aufzeichnungen und Berichten der Altertumsvereine und Heimatforscher sowie dem Studium alter Fundmeldungen ergaben Fingerzeige, die in Verbindung mit "einer alten Karte und einem noch älteren Flurkartenbuch" schließlich ans Ziel führten. "Die Umsetzung von Ideen und Erfahrungen bei den Gesprächskreisen lassen die Lokalisierung schon vergessener Fundplätze zu", bringt es Wilfried Kehr auf den Punkt. Und so glich er das alte Kartenmaterial eines privaten Sammlers mit anderen Quellen ab - und siehe da, es stimmte, was den Fundort betraf, überein. Kehr machte sich auf den Weg in den betreffenden Teil der Gemarkung und kehrte nicht ohne "Beute" zurück: mehrere, äußerst scharfe Klingen. "Ein Teil stammt aus der jüngeren Altsteinzeit und ist somit zirka 35000 Jahre alt, ein anderer Teil ist der ausgehenden Jungsteinzeit zuzuordnen und rund 8000 Jahre alt", erläutert Kehr. Auch bei diesen Funden steht der Armsheimer in engem Kontakt mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum. Von Armsheim aus treten die Klingen ihren Weg in eines der einschlägigen Institute an, wo sie von einem Archäologen genauer unter die Lupe genommen werden. Wilfried Kehr hofft indes, dass die Klingen nach den wissenschaftlichen Untersuchungen wieder an ihn zurückgesendet werden, damit er sie in seinem Museum ausstellen kann.

