Große Trauer im Märchenwald
04.09.2010 - WÖLLSTEIN
Von Florian Fischer
KLEINE HEXE Noch immer keine Spur nach dem Figuren-Diebstahl bei Wöllstein / Ortsgemeinde setzt Belohnung aus
Von der kleinen Hexe aus dem Märchenwald in Wöllstein fehlt weiterhin jede Spur. In der Nacht zum Montag hatten unbekannte Täter die Figur aus dem Tälchen gestohlen. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin nicht bekannt. Das Entsetzen und die Trauer über den Verlust ist jedenfalls groß in der Wöllsteiner Gemeinde.
Besonders die Mitglieder der ehemaligen Theatergruppe um Margot Haubs bedauern den Diebstahl. Die Gruppe hatte erst vor wenigen Jahren, auch mit Hilfe der Kommune Wöllstein und einigen ortsansässigen Firmen, die kleine Hexe und drei weitere Figuren im Tälchen zwischen Wöllstein und Neu-Bamberg aufgestellt.
Entsetzen bei Kindern und Jugendlichen
„Das macht uns unheimlich traurig. Die kleine Hexe war so gut angekommen, besonders bei Kindergärten und Schulen. Die Kinder haben die Bücher gelesen und haben dann immer Ausflüge in den Märchenwald gemacht. Dort wurde dann gepicknickt“, erzählt Margot Haubs.
„Wir können uns das nicht erkären, die Figur hat einen Materialwert von vielleicht zehn Euro. Das kann nur ein Liebhaber gewesen sein, der sich die kleine Hexe jetzt in die Wohnung gestellt hat. Wir hoffen immer noch sehr, dass wir die Hexe zurückbekommen, doch der Glaube daran schwindet langsam.“
Die Furcht, dass auch die anderen Figuren irgendwann geklaut werden könnten, stelle momentan das gesamte Projekt in Frage, berichtet Pfarrer Tobias Todisco. Schon vor dem Diebstahl war geplant den Märchenwald durch eine Figur von Pippi Langstrumpf zu ergänzen. „Alle Beteiligten sind jedoch gerade so geschockt, dass wir erst einmal darüber nachdenken müssen, ob sich die Investition überhaupt lohnt, wenn das Risiko eines Diebstahls so hoch ist“, sagt Pfarrer Todisco. Es müsse nun zunächst geklärt werden, wie die Figuren besser gesichert werden könnten. „Wenn sich aber schon jetzt neue Sponsoren fänden, wäre das sehr schön.“
Es wird vermutet, dass die Täter mit einem Fahrzeug in den Märchenwald gefahren sind und mit Stahlseilen die schwere Figur von ihrem Sockel gerissen haben. Auch eine Gruppe der Pfadfindersiedlung St. Franziskus schaute sich am Mittwoch den Tatort an. Erklären konnten sich die Jugendlichen die Tat auch nicht.
Gussform ist noch da, es fehlt nur das Geld
Pfarrer Tobias Todisco und Margot Haubs haben sich zwischenzeitlich bereits mit der aus Wöllstein stammenden Künstlerin Stefanie Neumann in Verbindung gesetzt. Die Künstlerin hatte bereits die übrigen Figuren hergestellt. Sie hat noch die Gussform der kleine Hexe. Es fehlt jedoch das Geld für das Projekt. Es bleibt dennoch die Hoffnung, dass sich die kleine Hexe vielleicht bald wieder findet. Die Ortsgemeinde hat zu diesem Zweck eine Belohnung von 500 Euro ausgerufen, wer entscheidende Hinweise auf den Verbleib der Figur liefern kann.
Augenzeugen, die etwas wissen vom Verbleib der Hexe, sollten sich in jedem Fall bei der Polizeiwache in Wörrstadt melden unter der Rufnummer 0 67 32 / 91 10 oder aber bei der Ortsgemeinde Wöllstein, Telefon 0 67 03 / 9 60 90.

