Siebter Platz für Stein-Bockenheim
31.05.2011 - STEIN-BOCKENHEIM
Von Anita Pleic
GEMEINDECHECK I Minuspunkte bei Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Sportangebot verhindern besseres Ergebnis
Im großen Gemeindecheck der Allgemeinen Zeitung muss sich Stein-Bockenheim mit dem vorletzten Platz und einer Durchschnittsnote von 3,7 begnügen. Will man das Ergebnis richtig einordnen, muss man sich allerdings die Einzelbewertungen genauer anschauen. Denn die schlechten Noten, die letztlich den Schnitt nach unten reißen, gibt es in den Kategorien, in denen es kleine Gemeinden schwer haben zu punkten. Einkaufsmöglichkeiten etwa. Zwar finden die Stein-Bockenheimer im Ort einen Metzger, der auch Brot und Brötchen verkauft und es gibt einen Kartoffelhof.
Nachbarkommunen als starke Konkurrenten
„Zum Einkaufen aller Lebensmittel muss man aber nach Wöllstein fahren“, fasst Bürgermeister Siegbert Mees im Gespräch mit der AZ die Einkaufssituation in seiner Gemeinde zusammen. Neuansiedlungen von Supermärkten? Bei dem Angebot in Wöllstein wohl schwierig.
Schlechte Noten gibt es außerdem bei der Frage nach Schule, der Kindertagesstätte und dem Sportangebot. Alles nicht in Stein-Bockenheim vorhanden. „Sowohl Schule als auch Kindergarten leisten eine sehr gute Arbeit, aber dass die Kinder pendeln müssen erklärt wohl die schlechte Bewertung“, glaubt auch Mees. Viele seiner Bürger sind in Sachen Sport derweil in der Nachbargemeinde Wonsheim aktiv und bereichern den dortigen Verein.
Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Ortschef auch beim Thema ÖPNV, weshalb er bereits auf Verbandsgemeindeebene angeregt habe, eine Ruftaxi-Lösung auf die Beine zu stellen. Mit den Bussen kommen die Stein-Bockenheimer zwar sowohl nach Alzey als auch nach Bad Kreuznach, jedoch sei eine weitere Verbesserung durchaus wüschenswert, auch, um individueller reagieren zu können.
Auch die Jugendlichen wünschen sich in ihrer Heimatgemeinde mehr Angebote speziell für sie, das habe die Dorfmoderation gezeigt. Und genau deshalb setzt die Gemeinde einen der Wünsche um, und gestaltet derzeit eine Grillhütte samt Freizeitgelände und Boulebahn. „Wir hatten früher einen Bauwagen, der als Jugendtreff diente, anfangs hat das auch sehr gut funktioniert, aber irgendwann eben nicht mehr, weshalb wir den schließen mussten. Mit der Grillhütte haben die Jugendlichen dann aber auch wieder einen eigenen Platz, an dem sie sich treffen können“, hofft Mees. Auch für die Senioren bietet die Gemeinde ein Angebot. So etwa alle 14 Tage, wenn sich der Seniorenclub trifft, oder die jährliche Seniorenfahrt ansteht.
Und mit was kann die Gemeinde punkten? Da gibt es einiges, was die Stein-Bockenheimer durchaus gut bewerten.
Hohe Lebensqualität und geringe Verkehrsbelastung
So loben sie die ruhige Lage der Gemeinde. Denn Verkehrsbelastung ist hier überhaupt kein Problem. Außerdem lieben die Stein-Bockenheimer das Leben in ihrer Gemeinde, sehen eine hohe Lebensqualität. „Das hat sicher auch damit zu tun, dass es hier Möglichkeiten gibt, auch mal abends auszugehen und etwas zu essen oder sich mit Freunden zu treffen. Demnächst kommt noch ein Café dazu. Und man kann hier sehr schön direkt in die Natur gehen“, fasst der Bürgermeister die großen Pluspunkte zusammen.

