Weingüter aus Saulheim und Siefersheim beliefern Berlinale-Filmfestspiele mit edlen Tropfen
09.02.2012 - SAULHEIM/SIEFERSHEIM/BERLIN
Von Anita Pleic
Was Angelina Jolie und Brad Pitt, Keanu Reeves oder Meryl Streep wohl trinken, wenn sie vom 9. bis 19. Februar zur Berlinale in der deutschen Hauptstadt sind? Wein aus Siefersheim und Saulheim? Möglich wäre das auf jeden Fall, denn das Saulheimer Weingut Thörle und das Siefersheimer Weingut „Alte Schmiede“ liefern in diesem Jahr gemeinsam mit dem Weingut Lamberth aus Ludwigshöhe ihre Weine nach Berlin, wo die edlen Tropfen auf Galas, Empfängen und in den Lounges der 62. Berlinale ausgeschenkt werden sollen.
Gebietstypischer Wein wirbt für Rheinhessen
Während das Weingut aus Ludwigshöhe den einzigen Rotwein aus Rheinhessen liefert, sind die Winzer aus Saulheim und Siefersheim mit einem Saulheimer Silvaner Alte Reben (2010) und einem Siefersheimer Heerkretz Silvaner Selection, ebenfalls aus 2010, vertreten. 15 weitere Weine werden aus anderen Anbaugebieten Deutschlands geboten.
Für beide Winzerfamilien ist die Auswahl vor allem auch ein Werbeeffekt. „Der Silvaner ist ein gebietstypischer Wein für Rheinhessen und deswegen freut es mich umso mehr, dass dieser Wein genommen wurde“, sagt etwa Andreas Seyberth. Der Siefersheimer Winzer hat ein besonderes Faible für die Rebsorte und schickt einen filigranen Vertreter in die Hauptstadt. 480 Flaschen hat er in Kisten verpackt. Die sind nun unterwegs nach Berlin. Den ausgesuchten Wein dürfen beide Winzer nun auch mit einem extra angefertigten Berlinale-Etikett verkaufen. Auch Johannes Thörle freut sich über den Siegeszug des Silvaners: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns gerade einen Namen für unseren Silvaner machen, und als typischer Wein für unsere Region ist das entsprechend gute Werbung für uns, aber auch für die Region an sich“, sagt der Jungwinzer.
Ende des vergangenen Jahres wurden beide Weine der Jury übergeben. Der gehörten unter anderem Annika Strebel, amtierende Deutsche Weinkönigin, Mitarbeiter der Berlinale, Berliner Sommeliers und Vertreter der beteiligten Anbaugebiete an.
Die Winzerfamilie Seyberth liefert insgesamt 480 Flaschen ihres Silvaners nach Berlin. Für Andreas Seyberth und seine Frau Alexandra ist es wichtig, dass sich in Rheinhessen etwas bewegt. Auf der Homepage des Weingutes erfahren die Besucher mehr über den ausgewählten Berlinale-Wein und ausgezeichnet sind die Weine beider Weingüter auch bereits. So hat sich auch der Kundenkreis längst über Rheinhessens Grenzen hinweg ausgedehnt.
Der Impuls für die Bewerbung um den Berlinale-Wein ging dabei vom Deutschen Weininstitut aus. Und im Dezember des vergangenen Jahres ging dann auch alles relativ schnell. „Innerhalb weniger Tage hatten wir die Nachricht, dass es unser Wein werden sollte“, blickt Seyberth zurück.
Nach Berlin fahren werden zwar sowohl die Saulheimer als auch die Siefersheimer nicht. Aber dass die beiden Rheinhessen in Berlin mit ihren Weinen vertreten sind, ist für die Winzer und das Anbaugebiet schon ein Gewinn, da sind sich alle einig.

