„Iss de Gerd doo?“
21.02.2012 - GUMBSHEIM
Von Thomas Thörle
TTC GUMBSHEIM Närrisch umgedichteter Elvis-Klassiker und andere Pointen treffen zielsicher ins Schwarze
Wenn künftig jemand die Verbandsgemeinde in Wöllstein aufsucht und ruft „Is de Gerd do“ und meint damit Bürgermeister Gerd Rocker, dann war der bestimmt auf der turbostarken Kappensitzung des Tischtennis-Clubs (TTC). Dort hatte nämlich Kokoloressänger Markus Engert den berühmten Elvis-Klassiker „In the Ghetto“ in „Is de Gerd doo“ umgedichtet und dem närrischen Volk serviert. Markus Engert bot sein ganzes Gewicht auf und sang statt „Angie“ „e Hähnsche“ und dann verblüffte er alle mit der Umwandlung eines Beatles-Hits: „Let it be“ wurde zu „Lee dich hie, lee dich hie“ und die Stimmung im Saal stieg ins Unermessliche.
Die Kappesitzung folgte dem Motto „2012 wird en Kracher der TTC bringt viele Lacher“ und die fetzigen „Donnergucker“ präsentierten Guggemusik aus Essenheim. „Wir machen Fassenacht mit Akteuren aus eigenen Reihen“, so Präsident Uwe Dexheimer, der zusammen mit Roman Schröder und Lothar Schmahl das zepterschwingende Dreigestirn bildete. Fred Weber an der „Orchel“ bewährte sich als Stimmungsmotor. Vor allem sein Liedchen „Hoch de Bobbes, runner de Bobbes“ kreierte gleichsam einen neuen Fassenachts-Ohrwurm.
Urige Zwiegespräche kommen gut an
Im Prolog zur Sitzung betätigte sich Gernot Schultheiß als Antifassenachter und „Fassenachtsmuffel“, der sich aber dann doch zu einem „Gumbsheim-Helau“ veranlasst sah. Die Sitzung war bestückt mit Überraschungen und tollsten Einfällen. Beliebt beim Narrenvolk waren die urigen Zwiegespräche: So hieß es etwa beim Couplet Sandra Haas und Esther Mayer als Samantha und Amanda: „Der Spiegel hat kei Sprünge, dess sin dei Falte.“ Zu Klatsch und Tratsch fanden sich Claudia Dexheimer und Heike Schultheiß als Babett und Lisbeth am Kaffeetisch. Sie wussten von anwesenden frommen Hunden beim Konfirmandengottesdienst, von Junggesellen, die wie eine Herde Frauen vor sich nach Hause treiben und sie fanden das neue Brückelche im Ort viel zu schmal.
Dank eingebautem Navi kamen die Rentner Marcel König und Tim Müller mit Bobbycar und Rolator rechtzeitig zu ihrem Einsatz. Sie sangen vom Lebberwerschtche und schmissen Lebberwerschtcher in die Zuschauermenge. Edith Bohnert und Elsbeth Segbert als Edith und Elsbeth schwärmten von ihrer „Reise mim Traumschiff“. Sie gestanden: „Obwohl net viel Geld, warn mehr in de ganz Welt.“ Gumbsheims Gipfelstürmer sind die Showtanzgruppen. Adrett und mit toller Performance mischte das Wonsheimer Gardeballett die getanzte Fassenacht kräftig auf.
„Menschentürme“ bis unter die Decke
Unglaubliche Blicke auf die Bühne: Ein riesiger „Jumbo“ näherte sich dem Landefeld Gumbsheim. Seine Fracht: das Männerballett „The New York City Boys“, leicht bekleidete aber stark behaarte Männer. Süße, tanzfreudige Wonsheimer Gardistinnen waren dafür echte Hingucker für die Männer. Mit dem Hit „Pokerface“ würzte die Formation „Full Speed“ ihre halsbrecherischen Showtanzeinlagen. Bis hoch an die Bühnendecke reichten dabei die „Menschentürme“. Trainerin war hier Corinna Weick. „Wir haben alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ hieß die Devise der New Gumbsheimer Dancers, die von Siggi Roth bühnenreif choreografiert wurden.
Zur Suche nach einem passenden Mann traf Marlies Janz im Eulenfass ein. Sie sprach von einer Liebe auf den zweiten Blick- und landete glatt bei einem, „der konnt vielleicht strunze, doch der wollt nur an mei Pinunze“. Was dabei herauskommt, wenn man im Fernseher dauernd rumzappt, erfuhren die verdutzten Narren im Saal beim fernsehreifen Sketch mit Julia Schmidt, Kai Schröder, Sina Mertz und Jaqueline Engert.

