Eng mit Nachbarn verbunden
27.05.2011 - GUMBSHEIM
Von Claudia Wößner
GEMEINDECHECK I Nähe zum Wöllsteiner Ortskern ist für viele Gumbsheimer ein großer Pluspunkt
Immer wieder Wöllstein. In den Anworten für den großen AZ-Gemeindecheck für das 620-Seelen-Dorf Gumbsheim taucht die Nachbargemeinde fast durchgängig auf. „Gumbsheim ist schon immer sehr eng mit Wöllstein verbunden, so dass auch wegen der räumlichen Nähe das Angebot der Leitgemeinde mitberücksichtigt werden muss. Zumal der Weg von Gumbsheim nach Wöllstein kürzer ist als der von manchem Wöllsteiner Neubaugebiet aus in den Ortskern von Wöllstein“, bringt es ein Mann in seinem Antwortschreiben auf den Punkt.
Geschäfte, Kindergarten und Schule in Rechweite
Die Nähe zu Wöllstein ist für Gumbsheim scheinbar ein Segen. Schließlich bietet der „große“ Nachbar die Infrastruktur, über die der kleine Ort nicht verfügt. Geschäfte, Kindergarten, Schule - alles gibt es in Wöllstein, und das zum Teil noch nicht einmal in einem Kilometer Entfernung. Die Gumbsheimer wissen das zu schätzen. Die wenigen Einwohner, die sich über fehlende Einkaufsmöglichkeiten und das vor Ort nicht vorhandene Kinder- und Schulangebot beklagen, verweisen doch sogleich im nächsten Satz stets auf das Angebot in der Nachbarschaft.
Gerade für Familien scheint Gumbsheim seinen Reiz zu haben. Es gibt kaum Durchgangsverkehr, bis auf den Lärm, der durch Kunstflieger verursacht wird, ist es im Ort „ein ruhiges Leben“, wie es eine Frau in ihrem Antwortschreiben formuliert. Auch weist die Gemeinde ein gepflegtes Erscheinungsbild auf. Die Landfrauen und andere verschönern die Ortschaft unter anderem immer wieder mit hübschen Bepflanzungen. „Wir haben eine hohe Lebensqualität“, ist denn auch Ortsbürgermeister Ludwig Jung überzeugt. Der Rathauschef führt zum Beweis den Anstieg bei der Einwohnerzahl ins Feld: Während Anfang der 70er Jahre noch rund 200 Menschen in Gumbsheim lebten, sind es jetzt über 600. Ein Einwohnerplus, das Jung auch auf die Attraktivität der Gemeinde zurückführt. Viele Jüngere, die oft aus dem Rhein-Main-Gebiet stammten, seien über die Jahre nach Gumbsheim gezogen. Das letzte Neubaugebiet wurde 2001 erschlossen. „Momentan“, so berichtet Jung stolz, „haben wir keine Leerstände im Ortskern“.
Ein echtes Schmuckstück, das auch ausdrücklich lobend beim Gemeindecheck erwähnt wird, ist der für 140 000 Euro neu gestaltete Brunnenplatz in der Ortsmitte. „Hier kann ich mich wunderbar entspannen. Das ist eine Augenweide“, schreibt etwa eine ältere Frau über das beschauliche „Dorfjuwel“, das im letzten Jahr eingweiht wurde. Auch Ortschef Jung gerät ins Schwärmen, wenn er über die „neue Mitte“ spricht: „Er ist ein Aushängeschild.“
Gemeindehalle ist Ort des aktiven Lebens
Während der idyllische Brunnenplatz vor allem schön anzusehen ist, konzentriert sich das Leben vor allem auf die 1974 gebaute und vor rund fünf Jahren renovierte Gemeindehalle. In der haben der rege Tischtennisverein und der Männergesangverein Sängerbund 1892 ihre Heimat gefunden. Regelmäßig ist in der Gemeindehalle etwas los: Es wird Tischtennis gespielt, getanzt, gesungen sich mit Step-Aerobic fit gehalten und noch einiges andere, was den Gumbsheimern gefällt. Ein Mann bescheinigt der Gemeinde denn auch ein „gesundes Vereinsleben.“
Was zumindest einer Frau mittleren Alteres missfällt, ist der Umstand, dass „Jugendliche keine gute Möglichkeit haben, sich zu beschäftigen“. Damit spielt die Gumbsheimerin darauf an, dass es im Ort keinen Jugendraum gibt. Zumindest nicht mehr. Denn wie Ludwig Jung erläutert, habe es bis vor einigen Jahren einen Jugendtreff in der kleinen Gemeinde gegeben. Der, so der Ortsbürgermeister weiter, sei aber wieder geschlossen worden, weil sich auf Dauer niemand gefunden habe, um den Nachwuchs zu beaufsichtigen. . Interview


