Aktive überzeugen bei Nacker Fastnacht mit neuen Einfällen
07.02.2012 - NACK
Von Roswitha Wünsche-Heiden
Während manche, nahe gelegenen Ortschaften ihre Fastnachtssitzung zu Fastnachtspartys umfunktioniert haben, hatte die Gruppe der Nacker Fastnachter mit ihrem traditionellen Konzept von hausgemachter Fastnacht und der Einladung hochkarätiger Gäste die etwa 300 Mann fassende Sängerhalle auch dieses Jahr wieder komplett ausverkauft. Freilich mussten auch hier die Jugendlichen bei den Wortbeiträgen mehrmals zur Ruhe gemahnt werden, aber der erstmals als Sitzungspräsident agierende, seit Jahren bewährte Büttenredner Heiko Haus steuerte das Narrenschiff mit Hilfe des KMV Flonheim sicher durch die närrischen Wogen.
Dorfnachrichten gehen auf Sendung
Einzeln stellte er die Elferratsmitglieder in ihren aus vielen Jahrhunderten stammenden, phantasievollen Kostümen vor, die sich zusammen mit dem Publikum auf „eine Reise durch die Zeit“ machten. Weiterhin erfuhr man aus seinem Vortrag, was es bedeutet, ein Präsident zu werden und zu sein. Auch die übrigen Nacker Aktiven waren dem närrischen Publikum aus früheren Jahren bekannt und erfreuten es mit neuen Einfällen und Einstudierungen. Nehmen wir zum Beispiel Andreas Hoffmann, der erzählte, wie er die Konkurrenz austrickste, um als erste Nacker Weinkönigin in der Bütt zu stehen, oder Ingo Grebner (Kriegsfeld), der von seinen schlechten Erfahrungen mit dem Abnehmen berichtete. Ganz und gar nicht schlampig war der Tanz der „Thekenschlampen“, die Michael Flatleys Riverdance-Show imitierten und zur Begeisterung der Zuschauer mit flotter Beinarbeit und zackigem Hüftschwung kraftvoll-männlich über die Rampe kamen.
Aus der Nacker Fastnacht nicht wegzudenken ist die Nachrichtensendung von NACK 4, die diesmal von Tanja Demmerling, Iris Hanika und Stefanie Marouelli präsentiert wurde. Der närrische Sender hatte das Jahr über reichlich zusammengetragen, was sich an Nacker Dorfgeschehen gut durch den Kakao ziehen ließ. Dabei blieb es nicht bei den für Ortsfremde nicht immer verständlichen Anspielungen und Sticheleien gegen einen unpünktliche Mitbürger, Amtsinhaber, Haustauscher und eine Walkerin mit Stockbruch. Auch der TuS, den man vergessen könne, und die schrägen Töne von Gesang- und Musikverein bekamen ihr Fett ab.
Neben die immer wieder sehenswerten „Happy Boys“ aus Kriegsfeld, die diesmal als Pizzabäcker ihre überraschenden Figuren und imposanten Pyramiden auf italienische Ohrwürmer aufbauten, und die Riesengruppe der professionell agierenden „Dance Society“ aus Alzey, ein Traum aus aufwändiger Ausstattung, glitzerfarbigen Kostümen, perfekter Inszenierung und strahlendem Dauerlächeln, hatte man zwei weitere eigene Auftritte gesetzt. Tatsächlich hatte das Männerballett der Freiwilligen Feuerwehr mit Bienchen-Kostümen und ihrer tänzerischen Darstellung von dem, was „auf Mayers Wiese“ los sei, noch vor der abschließenden Guggemusik der Mainzer „Rhoirevoluzzer“ die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Noch einen Tick besser kam der Bauchtanz des Nack-Tal-Duos an, bei dem es im Saal fühlbar knisterte, ehe Yannic Sipp und Sebastian Hornburg es mit vollem Körpereinsatz schafften, dass sich die gespannte Aufmerksamkeit in einem Riesenapplaus entlud.

