Für besseres Selz-Wasser
29.07.2010 - GAU-ODERNHEIM
STAURAUMKANAL 1,8-Millionen-Projekt in Gau-Odernheim vollendet
(red). Der neue Stauraumkanal in Gau-Odernheim verbessert erheblich die Gewässergüte der Selz und trägt entscheidend zur Entsorgungssicherheit von Gau-Odernheim bei.
Gesamtkonzept zur Regenwasserbehandlung
In den zurückliegenden Jahren wurde ein Gesamtkonzept zur Regenwasserbehandlung der Abwassergruppe Bechtolsheim erarbeitet. Ziel ist die Verbesserung der Gewässergüte in der Selz durch die Reduzierung der bei Niederschlagswasserabfluss eingetragenen Schmutzstoffe. Da bei eventuellen Starkregenereignissen nicht das gesamte von den Straßen und Dächern abfließende Niederschlagswasser zusammen mit dem Schmutzwasser aus den Haushalten und Gewerbebetrieben der Kläranlage zur Behandlung zugeleitet werden kann, wird an bestimmten Stellen im Kanalnetz ein Teil des Mischwassers abgetrennt und in die Selz eingeleitet. Vor der Einleitung wird dieses Mischwasser in einer Regenwasserbehandlungsanlage mechanisch gereinigt.
In Gau-Odernheim wurde diese Behandlungsanlage als Stauraumkanal mit einem Durchmesser von 1,60 bis 1,80 Meter und einer Gesamtlänge von rund 625 Metern hergestellt. Sie verläuft in der Trasse des Hauptsammlers, der aus hydraulischen Gründen auszuwechseln war. Beginnend am Ende der Oppenheimer Straße, verläuft der Kanal um den Sportplatz herum bis zum Wertstoffhof. Insgesamt wurde hier ein Speichervolumen von rund 1 410 Kubikmetern geschaffen.
Zu Beginn eines Niederschlagsereignisses fließt dem Stauraumkanal stark verschmutztes Mischwasser zu, das direkt zur Kläranlage weitergeleitet wird. Mit zunehmender Niederschlagsdauer und -stärke reicht das weiterführende Kanalnetz nicht mehr aus, alles Wasser weiterzuleiten.
Im Mischwasser mitgeführte Feststoffe setzen sich ab
Es kommt dadurch zu einem Einstau im Stauraumkanal und zu einer Beruhigung des Abflusses. Die im Mischwasser mitgeführten Feststoffe setzen sich dadurch ab. Fließt dem Stauraumkanal mehr Wasser zu, wie bis zur Überfallschwellenhöhe gespeichert werden kann, wird das dann verdünnte und mechanisch gereinigte Mischwasser in die Selz geleitet.
Nach Abschluss des Niederschlagsereignisses wird das gespeicherte und stark verschmutzte Mischwasser langsam der Kläranlage zugeführt. Damit die abgesetzten Schmutzstoffe nicht am Kanalboden liegen bleiben, wurde der Stauraumkanal mit einer selbstständig arbeitenden Spüleinrichtung versehen.
Der Vorteil des Staukanals in Gau-Odernheim besteht darin, dass der hydraulisch überlastete Hauptsammler saniert und gleichzeitig Speichervolumen für die Regenwasserbehandlung geschaffen werden konnte. Die Bauzeit war von November 2009 bis Mai 2010. Die Herstellungskosten betrugen 1,86 Millionen Euro. Begonnen und bisher finanziert wurde das Projekt von der Verbandsgemeinde Alzey-Land und der Stadt Alzey. Unterstützt wurde das Projekt durch ein zinsloses Darlehen des Landes Rheinland-Pfalz.

