Fledermaus-Botschafterin Susanne Ridder hat in Albiger Kirchendachstuhl Nistkästen installiert
04.02.2012 - ALBIG
Von Bergund Hilgers
Susanne Ridder hat ein ungewöhnliches Hobby: Sie ist ausgebildete Fledermausbotschafterin und setzt sich als Mitglied des Nabu Rheinland-Pfalz für den Schutz der kleinen, fliegenden Säugetiere ein.
„Fledermäuse fand ich schon immer klasse, habe sie schon beobachtet, als ich noch im Schwarzwald gewohnt habe“, erklärt die gebürtige Siegenerin, die seit rund neun Jahren in Rheinhessen lebt. Vor mehr als einem Jahr las sie dann einen Aufruf zur Ausbildung ehrenamtlicher Fledermausschützer in der Zeitung, den der Nabu als Einstiegshilfe in den aktiven Fledermausschutz gestartet hatte. Zusammen mit acht weiteren Umweltschützern nahm Susanne Ridder an den Wochenend-Lerneinheiten und -Exkursionen im Rahmen der Fortbildung in Bad Münster am Stein teil und wurde schließlich mit dem Nabu-Fledermausbotschafter-Zertifikat ausgezeichnet.
Wissen über Lebensweise und Artenschutz
„Wir haben eine Menge theoretisches Wissen über die Biologie der Fledermäuse gelernt, aber auch Praktisches erfahren für den konkreten Schutz der Tiere“, sagt die Industrie-Designerin, die hauptberuflich Verkaufsaufsteller für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie entwirft und gestaltet. Und das Wissen über die vom Aussterben bedrohten, friedlichen Insektenfresser hat die 46-Jährige gleich praktisch umgesetzt und gemeinsam mit einigen Helfern aus der Gemeinde im Dachstuhl der Albiger Liebfrauenkirche zwei Nistkästen installiert. „Hier sind Graue Langohren zu erwarten, sie lieben die Wärme und gehen gern auf Kirchendachböden, im Gegensatz zu den Mausohren, die den Wald zum Jagen brauchen oder den Zwergfledermäusen, die Spaltenbewohner sind“, weiß die Fledermausexpertin.
Zu den Botschafter-Aufgaben gehören neben der Installation der Kästen auch deren Betreuung, Reinigung und Kontrolle, die Erste Hilfe für Pfleglinge oder das Halten von Vorträgen in Schulen oder anderen Einrichtungen. Kürzlich hat Susanne Ridder auch im Rahmen des Projektes „Fledermäuse willkommen“ die Auszeichnung einer Kirchengemeinde übernommen, die sich für den Schutz der Säuger einsetzt und sie im Dachstuhl der Kirche beherbergt.
Mit dem Detektor Laute und Frequenzen einordnen
Darüber hinaus könnte sich die engagierte Tierschützerin auch vorstellen, Führungen zu organisieren und Menschen zu sensibilisieren und über die Bedeutung des Fledermausschutzes aufzuklären. Wen wundert es, dass Susanne Ridder auf ihren regelmäßigen Spaziergängen mit Hund Max meistens auch einen Fledermausdetektor bei sich trägt.
„Damit kann man die Fledermäuse hören, das Gerät zeigt die Frequenz an und je nach Frequenz weiß man, um welche Fledermausart es sich handelt“, erklärt sie und demonstriert die auf ihrem Handy aufgenommene „Stimme“ eines Abendseglers. Nur beim intensiven Lauftraining für Marathon und Ultramarathon lässt die sportliche Botschafterin den funkgerätgroßen Detektor zu Hause und konzentriert sich ganz auf ihre Schritte.

