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Allgemeine Zeitung

Alzey 

Erinnerungen an Synagoge

26.10.2009 - ALZEY

Von Armin Burkart

DENKMAL Stein trägt die künstlerische Handschrift von Florian Geyer

An der Einmündung der Löwengasse auf die Hospitalstraße erinnert seit Sonntag ein Gedenkstein an die ehemalige Synagoge von 1791 und an den dort tätigen Rabbiner Dr. Samuel Adler. In Auftrag gegeben wurde das Denkmal vom Altstadtverein, geschaffen hat es der Flomborner Künstler Florian Geyer.

Die wesentliche Forschungsarbeit über Standort und Geschichte habe der Alzeyer Heimatforscher Dr. Eduard Berlet geleistet, sagte der Vorsitzende des Altstadtvereins, Wulf Kleinknecht, bei der Übergabe des Denkmals. Ergänzt werde das Wissen durch Forschungen des Alzeyers Dr. Dieter Hoffmann, der in seinem Buch, "Wir sind doch Deutsche" veröffentlichte, dass alleine Elias Simon aus seinem Vermögen den Bau der Synagoge bezahlte. Dr. Samuel Adler, er ging später als Reformrabbiner in die religiöse Geschichte der Juden ein, wirkte an dieser Synagoge in Alzey von 1842 bis 1854 und folgte 1857 einem Ruf als Rabbiner an die El-Emanu-El-Synagoge nach New York. Am 20. Oktober 1854 wurde die alte Synagoge in Alzey aufgegeben und das neue Gebäude in der Augustinerstraße bezogen. Am 27. November 1976 wurde die Synagoge auf dem ehemaligen Gelände der Firma Curschmann im Zuge der Altstadtsanierung abgerissen. So weit die Ausführungen von Wulf Kleinknecht.

"Die Entwicklung des Denkmals hat sich über einen längeren Zeitraum hingezogen", sagte Florian Geyer. Sein Kunstwerk besteht aus zwei tragenden Stelen, die von einer Steinplatte verbunden werden. Ein Rundbogen symbolisiert das Fenster in der Synagoge.

Klaus Hagemann, SPD-Bundestagsabgeordneter, erinnerte an den 9. November, der zum Schicksalstag für die Deutschen geworden sei. "Freude, Leid, Trauer und Scham liegen hier dicht beieinander", rief er er das Ende des Ersten Weltkrieges 1918, die Judenpogrome der Nazis 1938 und den Fall der Mauer 1989 in Erinnerung. Wer sich orientieren wolle, müsse sich erinnern, deshalb sei das Denkmal für die alte Synagoge ein Symbol, das mitten im Leben stehe.

Für den Beigeordneten Heiko Sippel (SPD) ist der Gedenkstein Ort der Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte von Alzey. Der Altstadtverein stelle mit zahlreichen Monumenten die Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit her. Das Denkmal rufe Erinnerungen an die große Kultur des Judentums in Alzey wach und die Ziele von Dr. Samuel Adler zum friedlichen Zusammenleben unterschiedlicher religiöser Kulturen. Die Bläsergruppe der Kreismusikschule trug zur musikalischen Umrahmung bei.

KOMMENTAR

Rebstock, siebenarmiger Leuchter und die Konturen der ehemaligen Synagoge erinnern an die religiösen Spuren der Juden in Alzey. Photoagenten/Axel Schmitz


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