Von Thomas Thörle
AZ-Bigband führt Zuhörer durch Stilepochen des Jazz / Rhythmus bringt Gäste zum Tanzen
Das Oberhaus bebte im Supersound der AZ-Bigband. Das Alzeyer Aushängeschild in Sachen Jazz zog alle Register seines Könnens und bot dabei eine Zeitreise durch die Stilepochen des Bigband-Jazz. Kaum hatte die Band ihre ersten Takte auf die Reise geschickt, sah man im Oberhaus Begeisterte mit den Füßen wippen. Sie ließen sich treiben im musikalischen Strudel, den die Künstler inszenierten. "Wir wollen, dass alle spüren, dass hier noch handgemachte Musik betrieben wird", so Bigband-Leiter Jens Hunstein. "Vor allem wollen wir der Jugend demonstrieren, welch große Kraft in der Jazz-Musik angelegt ist", so der Leiter. Zu Gehör kamen eigens ausgewählte Stücke unterschiedlicher Komponisten und Arrangeure von Swing, Blues bis zu Latin-Stücken. Unter den Jazz-Schöpfern befanden sich Größen wie Duke Ellington, Count Basie und Miles Davis. Ganz nach dem Geschmack des Publikums erklangen spezielle Jazz-Standards, die für diese so eigenwillige, auf viel Improvisationskunst basierende Musikform charakteristisch ist. So etwa die so genannten "Marching-Bands", wie sie in New Orleans, der Wiege des Jazz, bedeutsam waren. Nicht weniger effektiv kamen die "Harlem Nocturns" bei den Zuhörern an. Ein Blick in das Publikum zeigte die generationsübergreifende Fan-Gemeinde des Bigband-Jazz. Eine Saulheimerin räumte ein: "Ich kannte weder das Oberhaus noch die AZ-Bigband - aber ich bin froh, hier dabei zu sein." Auch Jens Hunstein sparte nicht an Lob gegenüber den Besuchern: "Sie hören uns so aufmerksam zu - das erleben wir nicht gerade bei jedem Konzert", dankte e der Bigband-Leiter den Gästen. Gefallen hat auch der Wechsel von orchestralem Jazz-Erleben bis hin zum Hören auf die verschiedenen Instrumentalsolisten. Etwa Andreas Friedrich als Tuba-Solist. Sodann gefiel Jessica Wolff mit vibrationsreichem Tenorsaxophonspiel, während Birte Seitz der Posaune mitreißende Töne entlockte. Einen Höhepunkt gesungenen Jazz´ stellte Sänger Rüdiger Schäfer dar, der das berühmte "Bei mir biste scheen" sang. Seine markante Stimme korrespondierte bestens mit Rainer Landherr am Saxophon. Walter Heeb besorgte die Rhythmusvorlage am Schlagzeug, während Frank Maas am Piano begeisterte. Unter Hunstein strebte das Konzert seinem künstlerischen Höhepunkt zu. Belohnt wurde das Ensemble schließlich mit dem riesigen Applaus des von Anfang an begeisterten Publikums im Oberhaus.

