Sogar in Kanada für Alzey geworben
09.09.2010 - ALZEY
Von Thomas Ehlke
ABSCHIED Lisa Schuckmann zieht nach zwei Jahren Bilanz ihrer Amtszeit als Weinkönigin
Noch eine Woche darf sie die Alzeyer Weinkrone tragen. Bei der Eröffnung des Winzerfestes am Freitag nächster Woche endet die zweijährige Amtszeit von Weinkönigin Lisa Schuckmann. Dann wird die 22-jährige Schafhausenerin ihre Krone an Mareen Dörfer weitergeben. Auch die 18-jährige Nachfolgerin stammt aus dem kleinen, aber feinen Alzeyer Stadtteil.
Von Scheu-Gala bis Pilgerweg-Einweihung
Fragt man die angehende Bankkauffrau, ob ihr ihr Amt Spaß gemacht habe, dann lässt sie daran keinen Zweifel aufkommen: „Auf jeden Fall. Ich hatte viele schöne und außergewöhnliche Termine, die ich ohne das Amt niemals gehabt hätte.“ Und welches waren die außergewöhnlichsten Anlässe? Auch hier kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Die Georg-Scheu-Weingala im Parkhotel Prinz Carl in Worms, die Verleihung des Elisabeth-Langgässer-Literaturpreises an Hanns-Josef Ortheil und die Einweihung eines Abschnitts des Jakobs-Pilgerweges in Framersheim.“ Der weiteste entfernt gelegene Einsatzort befand sich indes an den Niagara-Fällen - und zwar auf der kanadischen Seite. Lisa Schuckmanns Freund ist Kanadier und so kam es, dass die Weinmajestät die Farben der „heimlichen Hauptstadt Rheinhessens“ im Land der Holzfäller und Grizzly-Bären vertrat. „Die Alzeyer Weine sind in Kanada sehr gut angekommen.“
Gerne denkt Lisa Schuckmann an einen weiteren Auslandseinsatz zurück: jenen in Rechnitz. In der im Burgenland gelegenen Partnerstadt Alzeys knüpfte sie beim Marillenfest (Red.: Marille = Aprikose) enge Kontakte zur dortigen Marillenkönigin. „Der Weinbau erfolgt dort meist im Nebenerwerb“, erzählt sie. Interessant fand die Rheinhessin es auch, einheimische Rebsorten wie Blaufränkisch oder Zweigelt zu verkosten. Ihre Verbindung zur Marillenkönigin erfährt via Internet eine rege Fortsetzung - und auch zum jüngsten Weinbergshäuschenrundgang hatte Lisa Schuckmann sie eingeladen. In der Volkerstadt durfte Lisa Schuckmann ebenfalls Momente erfahren, die sie nachhaltig beeindruckten. An erster Stelle steht da die Begegnung mit dem neuen Scheu-Preisträger Horst Lichter, der im Mai der Stadt seinen „Antrittsbesuch“ abstattete. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich den mal treffe und dass das auch privat so ein netter und bodenständiger Typ ist“, sagt die scheidende Weinmajestät.
„Gehe viel selbstbewusster auf Menschen zu“
Zu ihrer ganz persönlichen Bilanz der zweijährigen Amtszeit zählt indes auch, dass diese Periode sie selbst geprägt hat. „Ich bin viel offener geworden und gehe jetzt viel selbstbewusster auf Menschen zu“, stellt Lisa Schuckmann fest. Außerdem habe sie es mit großem Stolz erfüllt, ihre Heimatstadt Alzey repräsentieren zu dürfen. Ob sie nächstes Jahr ins Rennen um die rheinhessische Weinkrone geht, weiß sie noch nicht: „Zu 70 Prozent ja.“

