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Alzey 

Eckpfeiler für Klimaschutz

10.03.2010 - ALZEY-WORMS

Von Thomas Ehlke

ENERGIE EDG-Geschäftsführer Zeis stellt dem Kreistag auf Antrag der Grünen Konzept vor

ALZEY-WORMS. Die Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe (EDG) hat dem Kreistag gestern ein Konzept für den kommunalen Klimaschutz präsentiert. Dessen Eckpfeiler sind der weitere Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung in Form von Blockheizkraftwerken (BHKW), die Schaffung von Grundlagen zur energetischen Verwertung der Bioabfälle und die Rücküberführung von Strom- und Erdgasnetzen an die Kommunen.

"Es gibt nichts Besseres als die Kraft-Wärme-Kopplung, wenn es um effiziente Energieerzeugung geht", brachte EDG-Geschäftsführer Christoph Zeis sein Plädoyer für die Anwendung dieser Technologie auf den Punkt. Auf Antrag der Grünen hatte Zeis das EDG-Konzept dem Kreistag in einer Anhörung vorgestellt.

2008 wurde der Landkreis bekanntlich Gesellschafter des in Nieder-Olm ansässigen Unternehmens. Bereits im vergangenen Jahr setzte die EDG im Alzeyer Gymnasium am Römerkastell das erste BHKW um. "Das Röka erzeugt nun mehr Strom, als es selbst braucht", verdeutlichte Zeis.

Größtes aktuelles Vorhaben ist der Bau eines Nahwärmenetzes für Schulzentrum, Berufsbildende Schule und Volkerschule in Alzey. Beginnen will man in diesem Jahr zudem mit dem BHKW für die Osthofener Goldbergschule. Von 2009 bis 2011 investiert die EDG 1,7 Millionen Euro, wofür Zuschüsse in Höhe von 4100000 Euro fließen. Der Kreis profitiere, so Zeis, vor allem durch die erheblichen Einsparungen an Kosten aufgrund der starken Absenkung des Energieverbrauchs in seinen Gebäuden, die sich derzeit auf 2600 Megawattstunden oder 782 Tonnen Kohlendioxid beziffern. "Und wir haben erst angefangen", sagt Zeis.

Zu den von ihm skizzierten Visionen für eine bessere Energieversorgung zählten dezentrale Strukturen ebenso wie die Ressourcen-Schonung durch moderne Technologien, der Ausbau der Wind- und Solarenergienutzung und die Umsetzung des Projekts "Null-Emissions-Region", an dem der Kreis beteiligt ist. Die EDG will überdies auch die Optimierung der Wärmedämmung vorantreiben. "Eigentlich müssten alle Mittel in die Dämmung und nicht in die Energieerzeugung gesteckt werden", blickte Zeis auf das große, bislang ungenutzte Einsparpotenzial.

Was die Erdgaslieferung betrifft, will die EDG grundsätzlich mit lokalen Anbietern wie der Alzeyer EWG weiter zusammenarbeiten. Doch ergeben sich andererseits durch die Liberalisierung des Marktes auch hier Einsparmöglichkeiten. "Wir reden hier über ein Kostenvolumen von derzeit fünf Millionen Euro. Daher werden wir diesen Bereich nun bundesweit ausschreiben", erklärte Zeis.

Wenig hoffnungsvoll gab sich Landrat Ernst Walter Görisch bei der angestrebten Strom- und Gasversorgung in kommunaler Regie. "Wenn das so weiter geht, werden wir einen Flickenteppich haben, den niemand will", stellte der Kreischef mit Blick auf den von den Kommunen in gang gesetzten Wettbewerb fest. Sinnvoller wäre es, wenn hier alle Beteiligten und die Versorger zu einer gemeinsamen "rheinhessischen Lösung" zusammenfänden.

Kaminfeuer oder Pellet-Kessel: Heizen mit Holz ist umweltschonend. Dieser Brennstoff wird auch von der EDG im Kreis Alzey-Worms verwendet. Archivfoto: dpaVergrößern

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