Kurven haben´s ihm angetan
06.03.2010 - WEINHEIM
Von Andreas Riechert
KARTSLALOM Weinheimer Manuel Borckholder will die "grüne Hölle" des Nürburgrings erobern
Dieser junge Mann ist zweifellos mit dem Motorsport-Virus infiziert. Und das im positiven Sinn des Wortes. Denn für Manuel Borckholder, hoffnungsvolles Nachwuchstalent des Motorsport-Clubs (MSC) Alzey, stand das rasante Fahren um Hindernisse und Kurven schon von frühen Kindesbeinen an im Mittelpunkt. Kurz vor Vollendung seines 18. Lebensjahres hat der passionierte Kartslalom-Fahrer nun eine ganz besondere Vision vor Augen: Der Weinheimer möchte beim 24-Stunden-Rennen auf dem weltberühmten Nürburgring teilnehmen.
Der anspruchsvolle Kurs in der Eifel, in der Motorsportszene auch als "Grüne Hölle" bekannt, hat es Manuel Borckholder merklich angetan. Wenn der 17-Jährige auf die Faszination Nürburgring zu sprechen kommt, fangen seine Augen an zu funkeln. "Der Nürburgring ist meine absolute Favoritenstrecke. Es ist weniger der Grand Prix-Kurs, sondern vor allem die Nordschleife. Die reizt mich unheimlich", erzählt der ambitionierte MSC-Fahrer, dem das sprichwörtliche Motorsport-Gen förmlich in die Wiege gelegt wurde.
Sowohl Vater Horst als auch Mutter Silvia sind bis zum heutigen Tag aktiv ins Geschehen beim Verein involviert. Während das Familienoberhaupt als ehemaliger Rallye-Fahrer das Training für die Kinder gestaltet und seinen Sohn bereits als kleinen Knirps mit an die Strecken nahm, kann Silvia Borckholder auf eine erfolgreiche Zeit als Orientierungsfahrerin zurückblicken und begleitet ihren Filius nach wie vor zu allen Rennen. Selbst Manuels Schwester Katharina nimmt mit riesiger Begeisterung an Kartslalom-Läufen teil.
Da kann es kaum verwundern, dass die Woche von Manuel Borckholder eindeutig vom Motorsport bestimmt ist. Hobbies wie Schlagzeug spielen müssen spätestens seit Beginn der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker hinten anstehen. "Meine Tage und vor allem die Wochenenden sind ausgefüllt mit Motorsport", sagt das Nachwuchstalent, das sich trotz aller zeitlichen Beanspruchung seine Aktivitäten bei der Alzeyer THW-Jugend nicht nehmen lassen will. "Da gehe ich alle zwei Wochen hin und das ist mir auch wichtig", betont der 17-Jährige, dessen Vorbild entgegen allen Erwartungen keineswegs Michael Schumacher ist.
Mit dem Werdegang des Formel 1-Rekordweltmeisters verbindet Borckholder ohnehin nur wenig. Schließlich fahre der in einer ganz anderen Klasse, erläutert die MSC-Hoffnung, deren bisher größter Erfolg der siebte Platz bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft war.
"Michael Schumacher hat zwar auch auf dem Kart angefangen, aber seine Rennen finden und fanden auf einer Rundstrecke statt. Wir dagegen fahren einzeln und auf Zeit", berichtet der Weinheimer, der im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal in einem Kart saß und bereits bei vielen Meisterschaftsläufen des ADAC Mittelrhein-Cups ganz oben auf dem Treppchen stand.
Doch damit soll das Ende der sportlichen Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Ganz im Gegenteil sogar. Für Manuel Borckholder geht die Karriere in Helm und Rennanzug jetzt erst so richtig los.

