Von Katja Schäfer
Wo bis vor kurzem noch Sträucher und Bäume das städtische Gelände besiedelten wird in wenigen Tagen der Gedenkstein zur Erinnerung an die einstige Synagoge enthüllt. Mit dem Gebilde will der Altstadtverein an die im Jahr 1976 abgerissene Synagoge erinnern. Schöpfer des Kunstwerks in der Hospitalstraße an der Einmündung zur Löwengasse ist Florian Geyer. Der Flomborner Bildhauer hat bereits viele Kunstwerke kreiert.
Sein neustes Werk verbindet künstlerisch sehr geschickt die bauhistorische Situation vor Ort mit der jüdischen Symbolik und Geschichte. Die Synagoge befand sich schräg gegenüber in der Löwengasse, an der Zehntscheune “Ihr damaliger Standort lässt sich heute noch an der Zweifarbigkeit der Wand erkennen", erklärt der Flomborner Künstler.
Zwei Sandsteinstelen, beide über eine Tafel hinweg miteinander verbunden, bilden den Kern des heutigen Gedenksteines. Neben der abgebildeten Synagoge erkennt der Betrachter auf der Tafel einen sieben-armigen Leuchter, die Menora, und einen Weinstock als Symbole für das israelische Volk. Gefertigt hat Geyer die Tafel nach dem Abbild einer Zeichnung des verstorbenen Alzeyer Künstlers Albert Cattarius. Der Rundbogen, an der Rückseite der höheren Stele, verkörpert das Rundbogenfenster der Synagoge.
Einweihung am 25. Oktober
Als Material wählte Geyer Oberkirchner Sandstein. “Jetzt wird es spannend", kommentiert der Schöpfer die Millimeterarbeit bei den Bauarbeiten, als der Bogen von den Arbeitern in das Fundament eingelassen wurde und die Edelstahldübel im Fundament verschwanden. Etwas später ist die Arbeit geschafft. Der Gedenkstein ist rechtzeitig für die Übergabe und Einweihung am kommenden Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr fertiggestellt.
Der Standort für das gut zwei Meter hohe Werk ist gut gewählt. Gerade im
Morgen- und Abendlicht der Sonne entfaltet sich eine eindrucksvolle Wirkung auf die Passanten. Das Fundament wurde von den Mitarbeitern des Bauhofs gegossen.

