Von Martin Recktenwald
Petersen neuer Pastor der FEG
"Kirche in der Stadt" - das ist Christoph Petersens Idealbild. Nah an den Menschen und ihren Anliegen möchte der neue Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) Alzey sein. Anfang des Monats wurde der 27 Jahre junge Geistliche offiziell in sein Amt eingeführt. Die AZ nutzte den Anlass für ein Gespräch mit ihm. "Die Gemeinde suchte einen jungen Pastor, der sich für Jugendarbeit engagiert. Da das genau meine Leidenschaft ist, habe ich mich beworben", erzählt Petersen, wie er zur Stelle in Alzey kam. Es ist das erste Mal, dass er eine eigene Gemeinde übernimmt.
Zuvor hatte der Norddeutsche, der gebürtig aus dem Raum Flensburg stammt, in Berlin Theologie studiert. "Nach dem Studium haben meine Frau und ich uns sechs Wochen lang eine Auszeit genommen und Neuseeland besucht", sagt der Pastor. Dort waren sie unterwegs, um Menschen kennen zu lernen - gerade auch im Umfeld von Kirchen.
Mit frischer Energie will sich Petersen nun seinen Aufgaben in der Volkerstadt widmen. "Regelmäßige Jugendgottesdienste, die auch von anderer Musik begleitet werden und sich mit anderen Themen befassen, sind ein erstes Ziel", so Petersen. Von entscheidender Bedeutung ist für ihn ein Miteinander der Generationen. Auch gegenseitige Rücksichtnahme sei hier gefragt: "Für die Älteren ist es auch nicht immer so einfach, wenn im Gottesdienst eine Band statt der Orgel spielt." Der Pastor hofft, dass es zu einer Art "Patenschaft" zwischen Jungen und Alten kommt. Gerade die Vielfalt der Menschen macht für Petersen die Arbeit in einer Kirchengemeinde spannend: "Hier sind alle Gruppen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten und Interessen vertreten." Um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, hat er eine Wohnung in der Stadt nahe dem Gemeindebüro bezogen. Ihm sei es wichtig, den Leuten begegnen zu können und auch für sie erreichbar zu sein. "Manche glauben ja, beim Pastor sei immer alles besser und der mache keine Fehler. Ich will ihnen zeigen, dass ich ein ganz normaler Mensch bin." Die ersten Erfahrungen mit den Alzeyern stimmen ihn zuversichtlich: "Die lebensfrohe Art der Menschen hat mich beeindruckt." Die Mundart müsse er als Norddeutscher zwar erst noch verstehen lernen, aber der offene Umgang miteinander gefalle ihm außerordentlich gut.

