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Alzey 

Nur Aststummel bleiben von Linde

09.03.2009 - ALZEY

Von Armin Burkart

Beinahe wäre eine fast 80 Jahre alte Linde im Hof der St. Marien-Schule Opfer der Motorsäge geworden. Proteste von Anwohnern, Eltern und Lehrern haben wohl in letzter Minute den Baum gerettet.

Die kommissarische Schulleiterin, Christa Becker-Schäfer, sieht in der Absicht den Baum zu fällen, einen ganz normalen Vorgang, der mit den zuständigen Behörden abgesprochen war. Die Linde, sie steht mitten auf dem Schulhof der Marien-Schule, habe im Rahmen der Neugestaltung entfernt werden sollen.

Die Marien-Schule plant nach Abschluss der Erweiterung und Sanierung des Schulgebäudes jetzt die Neugestaltung des Schulhofs. Dazu haben Eltern und Lehrerkollegium nach Angaben der kommissarischen Schulleiterin erste Vorstellungen entwickelt, die demnächst von einem Architekten in baureife Plänen umgearbeitet werden sollen. “Spätestens in den Sommerferien wollen wir dann die Außenanlage neu gestalten", so Becker-Schäfer.

“Die Linde auf dem Schulhof zu belassen, war uns nach allen Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren gemacht haben, zu riskant", schildert Becker-Schäfer die Gründe, warum der Auftrag erteilt wurde sie zu fällen.

Immer wieder seien dürre Äste auf den Boden gefallen und hätten die Kinde gefährden können. Erst vor kurzer Zeit sei bei einem heftigen Sturm, nur wenige Minuten vor einer Pause, ein großer dürrer Ast auf den Boden gefallen. Deshalb habe sich die Schule an die Stadtverwaltung gewandt, auf die Gefahren hingewiesen und auch eine Genehmigung zur Beseitigung des Baums erhalten.

“Nachdem wir die Genehmigung zur Fällung hatten, haben wir dem Wurzelwerk den Auftrag erteilt, den Baum zu entfernen." Die Mitarbeiter des Wurzelwerkes hätten dann auch begonnen, den Baum von oben herab, Ast für Ast, abzutragen. Nach Beginn der Arbeiten sei die beabsichtigte Baumfällung von Eltern und Lehrern diskutiert und allgemein abgelehnt worden. “Deshalb haben wir die Aktion gestoppt und mit der Stadt erneut Rücksprache genommen", erläutert Christa Becker-Schäfer die Abläufe. Dabei sei man überein gekommen, den Baum stehen zu lassen. Solche Rückschnitte hätten sich bewährt, weil die Bäume wieder ausschlagen und frisches Grün bilden.

Die Schule habe sich nicht auf den Ausschnitt dürrer Äste oder die Verkürzung der Äste bei dem Baum beschränkt, weil das in der Vergangenheit nichts gebracht habe. Zu dem wenig fachmännischen Schnitt der Äste wollte sich Becker-Schäfer nicht äußern. “Davon habe ich keine Ahnung, deshalb haben wir ja ein Fachunternehmen beauftragt", so die Schulleiterin.

Tatsächlich wurden die Äste einfach im Winkel von 90 Grad gekappt und weder mit Baumwachs noch mit anderen Schutzmaßnahmen gegen das Eindringen von Fäulniserregern geschützt. Wenn hier in kurzer Zeit keine fachgerechte Nachbehandlung erfolgt, dürfte der alte Baum in den nächsten Jahren schwere Schäden von sich tragen und eingehen. Nach Auskunft der Schulleitung soll spätestens in den Sommerferien mit der Umgestaltung des Schulhofs begonnen werden.

Archivfoto: Uwe Feuerbach

Ein Blick in den Hof der Marien-Schule in Alzey. Archivfoto: Uwe Feuerbach.Vergrößern

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