Von Torben Schröder
Freikirche führt Pastor Petersen ein
Nach zweijähriger Vakanz hat die Gemeinde am Schillerplatz wieder einen Pastor. Im Rahmen eines feierlichen Ordinationsgottesdienstes wurde Christoph Petersen in das Pastorenamt der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde eingeführt. "Es ist mein Beruf, die Gute Nachricht zu verkünden", sagte der 27-Jährige im voll besetzten Gotteshaus am Schillerplatz.
Die Gottesdienstbesucher der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde kennen den 27-Jährigen bereits seit Anfang Januar, als der gebürtige Flensburger mit seiner Frau Caroline in die Volkerstadt zog und am Schillerplatz zum Dienst antrat. "Die Gemeinde hat einen Pastor gesucht, der speziell für die Jugendarbeit geeignet ist", begründet der Norddeutsche seine Entscheidung für die Bewerbung um die Pastorenstelle in Alzey, "und darin liegt meine Leidenschaft und meine Begabung." Der Reichtum an Jugendlichen innerhalb der Gemeinde am Schillerplatz wurde im Ordinationsgottesdienst deutlich, der von einer Band aus 15- bis 28-Jährigen musikalisch begleitet wurde. Die noch deutlich Jüngeren hatten Christoph Petersen im Gottesdienst symbolisch eine weiße Leinwand übergeben. Mit den ersten Farbabdrücken zweier Kinderhände solle, wie Nils Birschmann formulierte, das Ziel der Gemeinde symbolisiert werden, "viele Abdrücke zu hinterlassen", und zwar weit über die eigene Glaubensgemeinde hinaus. "Wir würden gern eine Gemeinde oder Kirche für die Stadt sein", erklärte Christoph Petersen gegenüber der Allgemeinen Zeitung als zentrales Ziel seiner Pastorentätigkeit, "wir wollen nicht als Christen isoliert sein."
Die 120 Mitglieder starke Gemeinde am Schillerplatz versteht es, im Gottesdienst eine enorme spirituelle Energie zu erzeugen und zugleich eine große Offenheit und Unbefangenheit auszustrahlen. Dies beruht nach den Worten von Christoph Petersen, auf dem "Staunen über Gott", das der Pastor in seinem Theologiestudium in Elstal erfahren hat. Vom Wehrdienst freigestellt, nutzte Petersen das ihm nach dem Abitur "geschenkte Jahr", um im missionarischen Dienst durch die Welt zu reisen.
Kniend empfing Christoph Petersen seine Ordination, "als Symbol, weil ich alles, was ich habe und bin, unter Gottes Herrschaft stelle". Pastor Michael Kißkalt, Professor an der Fachhochschule in Elstal, überreichte Petersen die Ordinationsurkunde und wünschte ihm Gottes Segen. Der Alzeyer Bürgermeister Christoph Burkhard und Dekanin Susanne Schmuck-Schätzel hießen Pastor Petersen in der Volkerstadt willkommen. In seiner Predigt hatte Michael Kißkalt die in Matthäus 4,1-11 dargestellte Versuchung Jesu in der Wüste zum Ausgangspunkt genommen, um Petersen vor möglichen negativen Seiten seiner Pastorentätigkeit zu warnen. "Wähle den Weg der begleitenden Liebe", gab Kißkalt ihm mit auf den Weg.

