(Bur). Viel Lob vom Stadtrat erntete die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a des Gymnasiums am Römerkastell für ihre Anregung, die Stadt Alzey solle dem "Bündnis gegen ausbeuterische Kinderarbeit beitreten. "Ich habe die Anregung der jungen Leute gerne aufgenommen, mit ihnen in der Verwaltung ein Gespräch geführt und sie für heute in die heutige Stadtratssitzung eingeladen", sagte Bürgermeister Burkhard.
Zwei Schüler trugen vor, dass weltweit etwa 250 Millionen Kinder unter 13 Jahren zur täglichen Arbeit gezwungen werden. Sie arbeiteten unter unsäglichen Bedingungen bis zu 13 Stunden am Tag in Steinbrüchen, bei der Kaffeeernte oder beim Teppichknüpfen. Dauerhaft könne das nur verhindert werden, wenn solche Produkte aus Kinderarbeit geächtet und nicht mehr gekauft würden. Bereits 150 Städte seien diesem Bündnis zur Ächtung von Kinderarbeit beigetreten. Auch Alzey solle jetzt diesen entscheidenden Schritt machen.
Einstimmig beschloss der Stadtrat seine Vergabe- und Beschaffungspraxis ab sofort dahingehend zu präzisieren, dass Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit keine Berücksichtigung beim Einkauf finden. Anbieter bei Ausschreibungen der Stadt müssen in Zukunft bei Produkten aus Asien, Afrika oder Lateinamerika die Zertifizierung einer unabhängigen Organisation vorlegen, dass die Waren nicht in ausbeuterischer Kinderarbeit entstanden sind.
Die städtischen Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften, die öffentliche Aufträge vergeben werden aufgefordert, sich dieser Vergabepraxis abzuschließen.

