Bei Gestaltung der Außenanlagen des Mensabaus auf römisches Kastell gestoßen
07.09.2012 - ALZEY
Von Thomas Ehlke
Die römische Vergangenheit der Volkerstadt ist bei den Arbeiten am neuen Mensabau für die Gymnasien Elisabeth Langgässer und Römerkastell einmal mehr zum Vorschein gekommen. Die mit der Gestaltung der Außenanlagen beauftragte Baufirma ist in der vergangenen Woche auf Überreste des Kastells, das einst hier stand, gestoßen.
„Wir haben daraufhin die Arbeiten dort sofort eingestellt und die Landesarchäologie informiert“, sagt Dr. Herbert Schmitt, Leiter des Kreisbauamtes.
Exakte Daten in 14 Tagen
Bekanntlich ist der Landkreis Alzey-Worms Bauherr des Mensagebäudes. Seither ist ein Grabungsteam unter Aufsicht von Landesarchäologin Dr. Marion Witteyer damit beschäftigt, die seit Jahrhunderten im Boden verborgenen Anlagen freizulegen. Auf dem abgezäunten rund 20 mal 20 Meter großen Areal an der südöstlichen Seite des Mensabaus sind mittlerweile Mauerreste zu sehen.
Die bei den Grabungen gewonnenen Erkenntnisse werden von der Landesarchäologie ausgewertet. Mit der Präsentation von Ergebnissen ist laut Schmitt in rund 14 Tagen zu rechnen. Was danach mit dem geschichtsträchtigen Gelände geschieht, steht noch nicht fest. „Im Moment ist nichts klar“, unterstreicht denn auch der Chef des Kreisbauamtes. „Die Archäologie sagt, dass man oft nur die Erkenntnisse aus dieser Zeit braucht und nichts sichtbar lassen muss“, merkt Dr. Herbert Schmitt an. Sollte dieser Fall eintreten, dann könnte ähnlich verfahren werden wie auf dem benachbarten Parkplatz, bei dessen Bau man ebenfalls auf Reste des Kastells gestoßen war. Die hat man nach der Freilegung und wissenschaftlichen Auswertung wieder zugeschüttet und den Parkplatz darüber gebaut (die AZ berichtete).
Es könne aber auch sein, so Schmitt weiter, dass man die jetzige Grabungsstelle offen lässt. „Darüber ist, wie gesagt, noch zu reden“, lenkt der Leiter des Kreisbauamtes dabei den Blick auf das Thema „Kunst am Bau“, das bei öffentlichen Bauten wie jenem der Mensa verpflichtend umgesetzt werden muss. Dass man an dieser Stelle auf bauliche Zeugnisse aus der Römerzeit gestoßen ist, ist für Schmitt indes nicht überraschend: „Seit über 100 Jahren ist die Lage des Kastells deutlich dokumentiert.“
Wege zu Schulen frei
Von den Ausgrabungen, die noch rund zwei Wochen andauern sollen, ist der eigentliche Mensabau nicht betroffen. Der wird nach Worten Schmitts parallel weitergeführt. Auch die Zuwegung zu ELG und Röka werde durch die Arbeiten am Grabungsfeld nicht eingeschränkt.
„Was sich natürlich verzögert, sind die Arbeiten an den Außenanlagen“, stellt Schmitt fest. Der Mensabau selbst soll, wie bereits vermeldet, nach Ende der Herbstferien bezugsferig sein.


