Modellprojekt schult Arbeitslose für Weinberg
RHEINHESSEN Seit einem Jahr läuft ein Modellprojekt der Gesellschaft für Landwirtschaftliche Beschäftigung mbH (GLB), das 18 Langzeitarbeitslose zu Weinbauhelfern weiterbilden sollte. Wir sprachen mit Projektleiterin Helma Ostermayer. Das Projekt soll einerseits dem Arbeitskräfte-Problem in der Landwirtschaft entgegenwirken und andererseits neue Jobs zu schaffen. Was haben die Projektteilnehmer in diesem Jahr gelernt? Ostermayer: Angefangen vom Rebschnitt über Biegen und verschiedene Laubarbeiten bis zur Lese haben die Teilnehmer alle Arbeitsgänge im Weinberg rund ums Jahr gelernt und trainiert. Im Keller haben sie Filtration, Fasspflege und Traubenverarbeitung kennen gelernt. Abfüllen, Schlepperfahren, Pflanzenschutzmaßnahmen und der Gabelstaplerschein gehörten ebenfalls zum Programm. Die Projektteilnehmer sollten nun in der Lage sein, alle anfallenden Arbeiten in einem Weingut selbstständig zu erledigen. Wie viele haben bis zum Schluss durchgehalten? Ostermayer: 15 Teilnehmer sind jetzt noch mit im Boot. Die übrigen haben das Projekt aus personenbedingten oder gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen. Einige Plätze konnten nachbesetzt werden. Hat sich der praktische Einsatz in Betrieben ausgezahlt? Interview Ostermayer: Ja, in den Betrieben konnten die Teilnehmer vielfältige Praxiserfahrung sammeln und sich als zuverlässige Mitarbeiter beweisen. Auf diesem Wege sind gute Kontakte zu Arbeitgebern entstanden, die nun Interesse bekundet haben, die Mitarbeiter nach Ablauf der Projektzeit selbst anzustellen und weiter zu beschäftigen. Wir gehen momentan davon aus, dass wir rund zwei Drittel der Teilnehmer anschließend an Weingüter vermitteln können. Ein 47-Jähriger hat sich sogar entschlossen, die Ausbildung zum Winzer gleich dranzuhängen. Was wird aus jenen, die nicht übernommen wurden? Ostermayer: Momentan laufen unsere Vermittlungsbemühungen auf Hochtouren. Weinbaubetriebe, die einen qualifizierten Mitarbeiter suchen, können sich bei unserem Kooperationspartner, dem Maschinen- und Betriebshilfsring in Alzey, melden. Einige Personen beabsichtigt die GLB mbH als Betriebshelfer einzustellen, die bei Arbeitsspitzen in verschiedenen Weingütern zum Einsatz kommen können. Für die übrigen hoffen wir, dass sie aufgrund der einjährigen Qualifizierung nun auch in anderen Bereichen bessere Vermittlungschancen haben. Wird es ein Nachfolgeprojekt geben? Ostermayer: Aus dem Mainzer Arbeitsministerium wurde bereits weitere Unterstützung zugesagt. Hier steht man dem Projekt sehr positiv gegenüber. Jetzt gilt es, die erforderlichen Vorbereitungen auch mit den Arbeitsagenturen und Argen zu treffen. Im März 2009 soll dann der zweite Durchgang mit 18 neuen Bewerbern starten. Das Interview führte Stefanie Widmann

