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Geld und Recht 

Menschen spenden am liebsten für notleidende Kinder

10.12.2009

Bielefeld/Frankfurt/M. (dpa) - Die Deutschen spenden zur Weihnachtszeit am liebsten für notleidende Kinder. Mehr als 70 Prozent wollen laut einer Umfrage der Nielsen-Marktforscher in Frankfurt/Main, dass ihre Spende Kindern in Not zugutekommt.

Ein knappes Drittel möchte für Katastrophengebiete spenden, je ein Viertel für behinderte Menschen oder den Naturschutz. Fast ein Viertel der im Oktober befragten 10 000 Haushalte gab an, in der Weihnachtszeit spenden zu wollen.

Dabei steigt die Spendenbereitschaft mit zunehmenden Alter der Befragten kontinuierlich an. Damit sind die Rentner Deutschlands Spendenmeister. «Mehr als jeder zweite Spendeneuro kommt von der Generation 60-plus», sagte der Leiter der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Pastor Ulrich Pohl, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Pohl rechnet trotz der Wirtschaftskrise nicht mit einem Einbruch beim Spendenaufkommen in diesem Jahr. «Das Spendenaufkommen ist erstaunlich stabil.» Die Weihnachtszeit sei besonders wichtig für die Spendensammler. In diesen Wochen werden 40 bis 60 Prozent der Spenden des ganzen Jahres verzeichnet, sagte Pohl, der auch Vize-Vorsitzender des Deutschen Spendenrates ist.

«Rund drei Viertel der Gelder werden in Deutschland für humanitäre Zwecke gespendet», sagte Pohl. Immer wichtiger sei den Spendern die Transparenz. «Sie wollen wissen: Wie viel von meiner Spende kommt an?» Es müsse klar sein, welcher Anteil für Werbung und Verwaltung abgeht. «Bei uns waren das in den vergangenen Jahren zwischen neun und zwölf Prozent.»

Pohl kritisierte, dass es in vielen Bundesländern wie etwa Nordrhein-Westfalen kein Sammlungsgesetz mehr gebe. Bei bundesweit rund 40 000 gemeinnützigen Organisationen sei die Lage ohnehin unübersichtlich. «Man kann sich aber informieren, etwa im Internet, ob eine Organisation gemeinnützig ist.» Informationen biete zum Beispiel das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) oder der Deutsche Spendenrat.

Bei Sammlungen auf der Straße oder an der Haustür, könne man nur nach Indizien suchen. «Ist die Sammeldose verplombt? Hat der Spendensammler einen Ausweis, auf dem eine Telefonnummer für Nachfragen steht?», sagte der Pastor. «Wenn an der Tür jemand spenden sammelt und dazu noch ein Zeitungsabo verkaufen will, wäre ich schon extrem skeptisch.»

Für Bethel machen Spenden und Nachlässe ungefähr fünf Prozent des Gesamthaushalts aus, zuletzt rund 40 Millionen Euro. Diese Gelder ermöglichten Angebote, die sonst weder Staat noch Sozialversicherungen bezahlen. Als Beispiele nannte Pohl Einzelfallhilfen, Musiktherapie oder therapeutisches Reiten.

Die neuen Online-Spendenportale wie «betterplace.org», «helpdirect.org» oder «ido-world.com» bezeichnete Pohl als mögliche Ergänzung. Bei diesen Portalen kann unter den angebotenen Hilfsprojekten gewählt werden. Angeschlossene Blogs von Projektträgern und Spendern sollen für Transparenz sorgen. Wie vertrauenswürdig die Portale sind, könne er noch nicht sagen. Dazu fehle die Erfahrung. «Vor dem Hintergrund, dass die meisten Spender älter sind, sind diese Portale aber vielleicht eine Möglichkeit, jüngere Menschen anzusprechen.»

Spendensiegel

In welche Dose soll das Geld? Spendensiegel, etwa vom DZI, bieten eine Orientierungshilfe. (Bild: dpa/tmn) Vergrößern

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