Bruch macht Werbung für Hotline gegen Terror
(dpa) Bei der Fußball-Weltmeisterschaft will der rheinland-pfälzische Verfassungsschutz den Spielort Kaiserslautern intensiv beobachten. Bislang sei der Verfassungsschutz mit etwa zehn Mitarbeitern im Großraum Kaiserslautern vertreten, sagte Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) gestern in Mainz. Während der WM vom 9. Juni bis 9. Juli werde diese Zahl deutlich verstärkt. In Technik wie beispielsweise mobile Videokameras in dieser Region investierte der Verfassungsschutz mehrere 100 000 Euro. Zudem habe die Sicherheitsbehörde verdeckt einige Privatwohnungen angemietet. "Attentatshinweise liegen für Kaiserslautern überhaupt nicht vor", versicherte der Innenminister. Dennoch gelte es, wachsam zu sein. Sorge bereite bei der WM etwa eine mögliche Verbindung von Hooligans und Rechtsextremisten. Während die rechtsextreme Szene in Westeuropa wegen der vernetzten Arbeit der Verfassungsschützer gut im Blick sei, gebe es in Osteuropa bislang weniger Erkenntnisse zu ihrer Organisation. Unabhängig von der WM weist der rheinland-pfälzische Verfassungsschutz künftig mit Plakaten und Flugblättern auf seine neue Hotline "Gemeinsam gegen den Terror" hin. Unter der Telefonnummer (06131) 163567 nehme die Sicherheitsbehörde vertrauliche Hinweise zu terroristischen Gefahren entgegen, teilte Bruch mit. In Rheinland-Pfalz leben 700 islamistische Extremisten, von denen 70 gewaltbereit sind, wie es im Bericht des Verfassungsschutzes zum Jahr 2005 heißt. Nach Bruchs Angaben gibt es indes derzeit keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge. Darüber hinaus registrierte der Verfassungsschutz 2005 landesweit 1600 Rechtsextremisten, von denen etwa 100 gewaltbereit seien. Die Zahl der NPD-Mitglieder im Land stieg deutlich um mehr als 50 auf gut 250. Beim Linksextremismus wurden etwa 700 gezählt, darunter etwa 100 Gewaltbereite.

