Jeder Vierte fliegt billig
06.03.2010 - LANGEN
Von Christoph Risch
FLUGSICHERUNG Low-Cost-Carrier werden zunehmend auch für Geschäftsreisende interessant
Krisenbedingt ist die Zahl der Flüge im deutschen Luftraum im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 2,93 Millionen zurückgegangen. Dies sei der bisher größte Einbruch in der Geschichte der Deutschen Flugsicherung (DFS), sagte deren Geschäftsführer Dieter Kaden bei der Vorstellung des Mobilitätsberichts für 2009 in Langen. Zwar mussten auch die Low-Cost-Carrier oder Billigflieger Rückgänge hinnehmen, doch sie machten lediglich 1,7 Prozent aus, wärend sie bei den übrigen Fluggesellschaften 8,8 Prozent betrugen.
Die Billigflieger haben damit die Krise wesentlich besser überstanden. Ihr Anteil am Gesamtverkehr, der vor zehn Jahren noch bei unter fünf Prozent lag, ist mittlerweile auf 25,5 Prozent gestiegen. Zunehmend nutzen auch Geschäftsreisende diese preiswerte Variante des Fliegens: Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch, weil die Billigflieger ihr Streckennetz mittlerweile so ausgebaut haben, dass sie auch für Geschäftsleute eine attraktive Alternative bieten. Größter Anbieter an Billigflügen ist in Deutschland Air Berlin (24,6 Prozent). Ihm folgen Ryanair (18,9 Prozent), EasyJet (8,8 Prozent), Germanwings (8,2 Prozent) und TUIfly (8,1 Prozent). Nach Erkenntnissen der DFS zeigt dieser Markt aber starke Sättigungstendenzen. Nach zweistelligen Wachstumsraten in den Jahren 2002 und 2003 sei die Rate mittlerweile deutlich abgeflacht. Das am häufigsten angeflogene Ziel der Billigflieger ist Mallorca, es folgen die Flughäfen Berlin-Tegel, München und Köln/Bonn. In Europa sind rund 40 Billig-Airlines aktiv.
Die Zahl der Flugzeugannäherungen, die als sicherheitsrelevant eingestuft wurden, lag im vergangenen Jahr bei sieben. Vier von ihnen fielen in die Kategorie "Unmittelbare Kollisionsgefahr". Kaden: "Sieben Vorfälle bei knapp drei Millionen Flugbewegungen, das ist ist ein Spitzenwert." Keiner dieser Vorfälle sei von der DFS verursacht worden.

