"Hohe Weg" aus Nordsee gehoben
BREMERHAVEN (dpa) Deck und Außenhaut der "Hohe Weg" sind mit Seepocken und glitschigen Algen bedeckt. Verbeultes Blech, eingedrückte Scheiben und abgeknickte Masten verstärken den gespenstischen Eindruck. Spezialisten aus Cuxhaven und Dänemark hatten das 23 Meter lange Schiff in einer schwierigen Aktion aus acht Metern Tiefe gehoben. Nach der Bergung des im November in der Nordsee vor der Wesermündung gesunkenen Fischkutters aus Brake im Kreis Wesermarsch begannen Experten in Bremerhaven mit der Untersuchung des Wracks. Sie hoffen, dass sie nun das Geheimnis klären können, warum das Schiff damals so schnell in den Fluten versank. Bis heute wurden nur drei der vier Männer, die damals an Bord waren, tot aufgefunden. Der Kapitän ist vermisst, aber bis gestern Abend gab es keine Nachricht, ob sein Leichnam an Bord war. Spezialisten der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) sichern Spuren, um die Ursache des Dramas zu klären. Unter den dutzenden Schaulustigen im Fischereihafen machten Spekulationen die Runde. Warfen "Monsterwellen" das Schiff um? Kollidierte es mit einem treibenden Container? Waren die Luken nicht richtig verschlossen? BSU-Vize Albers: "Das Wetter allein kann es nicht gewesen sein." Die Verhältnisse seien damals nicht so dramatisch gewesen. Albers: "Da hat die "Hohe Weg" in ihren 30 Jahren Fahrtzeit bestimmt Schlimmeres erlebt." In den kommenden Monaten sollen die elektromechanischen Instrumente wie Uhren, Kompass und Geschwindigkeitsregler überprüft werden. Sie sind vermutlich auf den zum Unglückszeitpunkt vorgenommenen Einstellungen stehen geblieben. Zudem soll geklärt werden, ob sich ein Netz in der Schraube verhakt haben könnte und was es mit einem Schlauch auf sich hat, der am Achterschiff vom Deck ins Wasser hängt.

