Lemke und Köbler führen Grüne in den Landtagswahlkampf
05.06.2010 - MAINZ
Die rheinland-pfälzischen Grünen ziehen mit ihren Landeschefs Eveline Lemke und Daniel Köbler als Doppelspitze in den Landtagswahlkampf. Beide wurden am Samstag in Mainz bei der Landesvertreterversammlung mit klarer Mehrheit gewählt, wie Grünen-Sprecherin Silke Dietz mitteilte. In ihren Reden schworen sie die Partei auf einen engagierten Wahlkampf ein mit dem klaren Ziel: Wiedereinzug in den Landtag. Die 45 Jahre alte Lemke wurde mit 82,5 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt. Köbler hatte es überraschend mit einem Gegenkandidaten zu tun – Michael Musil aus dem Westerwald. Der 29-jährige Köbler setze sich aber nach Angaben von Dietz mit 66,3 Prozent durch.
Zuvor hatte der Bundesvorsitzende der Partei, Cem Özdemir, zu den rund 200 Delegierten gesprochen. Er rechnet damit, dass die rheinland-pfälzischen Grünen mit einem „tollen Ergebnis“ im nächsten Jahr wieder in den Landtag einziehen. „Die Partei ist bis in die Zehenspitzen motiviert“, betonte Özdemir in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Grünen sind seit 2006 nicht mehr im Landtag vertreten. Damals scheiterte die Partei mit 4,6 Prozent.
Lembke betont Förderung alternativer Energien
Lemke setzte in ihrer Rede einen Schwerpunkt auf das Thema erneuerbare Energien und betonte, dass neben der Förderung alternativer Energien auch Energieeffizienz und Energiesparen von großer Bedeutung sind. Mit Blick auf die Querelen um den Nürburgring, wo deutlich weniger Arbeitsplätze entstehen als zunächst angekündigt, betonte Lemke nach Auskunft von Dietz: „Wir Grünen sind für Strukturprojekte, aber am Ende muss auch etwas rauskommen.“
Köbler fordert bessere Rahmenbedigungen für Kitas
Köblers Fokus galt der Bildungspolitik. Er sprach sich für bessere Rahmenbedingungen in Kitas und längeres gemeinsames Lernen an Schulen aus. Studiengebühren erteilte er eine generelle Absage. Die Grünen wollen sich im Wahlkampf zudem für eine Stärkung der kommunalen Finanzen einsetzen. Özdemir machte in dem Interview mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf deutlich: „Finanziell können wir nicht mit SPD oder CDU mithalten, daher ist Fantasie gefragt.“
Die Landesdelegiertenversammlung geht noch bis Sonntag. Unter anderem sollte über die weiteren Plätze auf der Landesliste für die Landtagswahl im März 2011 abgestimmt werden. Die Grünen sind die erste Partei, die ihre Spitzenkandidaten gewählt hat. In Rheinland-Pfalz haben sie derzeit nach eigenen Angaben knapp 2.370 Mitglieder.

