Pendler an verwaisten Bushaltestellen, Eltern im Babysitter-Zwangsurlaub und überquellende Mülltonnen: Für Bilder wie diese hat am Montag in Rheinland-Pfalz ein landesweiter Warnstreik im öffentlichen Dienst gesorgt. Betroffen waren nach Angaben der Gewerkschaft Verdi unter anderem Busse und Straßenbahnen in Mainz, aber auch in zahlreichen Kindertagesstätten in Mainz und Ludwigshafen wurde nicht gearbeitet. In beiden Städten sowie in Worms blieben volle Mülltonnen am Straßenrand stehen. Insgesamt beteiligten sich nach Verdi-Angaben etwa 3.300 Beschäftigte von Bund und Kommunen an Warnstreiks in 25 Städten und Gemeinden.
Rund 3.000 Beschäftigte haben sich in Worms zur landesweiten Protestkundgebung der Gewerkschaft Verdi eingefunden. Nach Gewerkschaftsangaben kamen sie aus mehr als 80 Betrieben von Koblenz bis Zweibrücken. Nach einem Protestmarsch vom Rheinufer durch die Stadt füllte sich der Ludwigsplatz vollständig mit den Protestierenden, die ein ganzes Fahnenmeer mitgebracht haben und mit Trillerpfeifen ihre Forderung nach 5 Prozent mehr Lohn lautstark Ausdruck verleihen. Verdi-Landesleiter Uwe Klemens schwört die Beschäftigten auf weitere Aktionen ein. Die Tarifverhandlungen waren in der vergangenen Woche ergebnislos vertagt worden und sollen an diesem Mittwoch fortgesetzt werden. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.
Die Auswirkungen des Warnstreiks halten sich dagegen in Worms in Grenzen. Für Berufstätige Eltern wurden Not-Kitas eingerichtet, die nach Angaben der Stadtverwaltung in Einzelfällen auch genutzt wurden. Die meisten Eltern jedoch nutzten offensichtlich eigene Netzwerke zur Kinderbetreuung. Geschlossen blieben die Bauschutt-Deponie und der Abfallwirtschaftshof.
Autos reihen sich dicht an dicht
In Mainz reihten sich am Morgen die Autos dicht an dicht. Nach Verdi-Angaben fuhr von Dienstbeginn an keiner der 117 Busse, und auch die 23 Straßenbahnen seien im Depot geblieben. „Es geht tatsächlich nix, außer drei oder vier Linien, die privat gefahren werden“, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Entsprechend voller als sonst waren die Straßen am Morgen. „Es waren mehr Pkw in der Rush-Hour unterwegs“, sagte Polizeisprecherin Heidi Nägel.
Viele Bushaltestellen wirkten verwaist, nur wenige Menschen suchten auf den Fahrplänen nach Informationen oder fragten andere Passanten um Rat. „Ich habe Glück gehabt“, sagte Sina Salmen. Die Busse von und nach Wiesbaden seien gefahren – und das sogar pünktlich. „Irgendwie wussten viele von den Streiks. Mich hat es aber heute Morgen eiskalt überrascht“, sagte die 22-Jährige.
So erging es auch Petra Renner (52), die vergeblich auf einen Bus wartete. „Es ist so kalt. Da wollte ich nicht laufen“, erzählte sie. Außerdem sei ihr die Einkaufstasche zu schwer. „Wohl oder übel“ müsse sie aber nun den halbstündigen Fußmarsch auf sich nehmen. Auch die 21 Jahre alte Jura-Studentin Hannah Mengelkamp klapperte drei Haltestellen ab, um mit dem Bus zur Uni zu kommen – erfolglos. Sie blieb gelassen: „Dann muss ich eben nach Hause, mein Fahrrad holen.“ Am digitalen Fahrplan über der Bushaltestelle leuchtete bloß: „Anzeige abgeschaltet“.
Müllmänner lassen Arbeit ruhen
Unterdessen blieben laut Verdi 29 von 35 Kindertagesstätten in Ludwigshafen geschlossen, in Mainz hatten elf Einrichtungen zu. Bei den Müllabfuhren in Worms, Mainz und Ludwigshafen ließen etwa 500 Beschäftigte die Arbeit ruhen. Vom Warnstreik betroffen waren auch kommunale Kliniken, Stadtwerke und Stadtverwaltungen sowie verschiedene Einrichtungen der Bundeswehr und der Wasser- und Schifffahrtsämter.


Fassenacht
Oh ja...ma auf nächsten Montag warten...Vielleicht streiken se dann auch, Helau