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Politik 

Prima Stimmung trotz nasser Füße

10.05.2010 - MAINZ

Von Frank Schmidt-Wyk

GUTENBERG-MARATHON Regen schreckt aber viele Zuschauer und Läufer ab/Packendes Finish auch bei Handbikern

In seiner elften Auflage hat es beim Mainzer Gutenberg-Marathon zum ersten Mal geregnet. Vor allem der strömende Regen am frühen Morgen hielt gestern offenbar etliche Läufer in letzter Sekunde davon ab, auf die Strecke zu gehen. Auch am Straßenrand taten sich deutlich größere Lücken auf als in den Vorjahren: Rund 50000 Zuschauer feuerten die Läufer an auf ihrem Parcours durch die Innenstadt sowie Teile von Mainz-Mombach, -Weisenau sowie Kastel und Kostheim auf der hessischen Rheinseite. Erhofft hatten sich die Veranstalter 100000. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch; erneut lobten die Sportler die prima Atmosphäre entlang der Strecke. Und am Mittag kam dann auch die Sonne heraus.

Laut Angaben der Organisatoren passierten 1405 Läufer nach den vollen 42,195 Kilometern die Ziellinie vor der Rheingoldhalle, 5049 absolvierten einen Halbmarathon. Zusammen mit den 440, die sich die Gesamtstrecke als Staffel-Duo aufteilten, gingen 6894 Läufer durchs Ziel - gemeldet hatten 9500. Über 2000 Marathonis haben also wegen des Regenwetters kalte, oder besser: nasse Füße bekommen.

Außerdem brachten 400 Staffeln mit insgesamt 2000 Schülern aus ganz Rheinland-Pfalz die 21,1 Kilometer lange Halbmarathon-Strecke hinter sich, ebenso 40 Handbiker: Auf dem nassen Asphalt rauschte die Spitze der Handbiker innerhalb von vier Sekunden ins Ziel, den Sieg sicherte sich bei den Männern Edward Maalouf (Team Spopur) hauchdünn vor Torsten Purschke (Otto Bock Team) und Vorjahressieger Bernd Jeffré (GC Nendorf), der durch einen Sturz aus der Spur geraten war. Bei den Frauen fuhr die Magdeburgerin Andrea Eskau als einsame Erste durchs Ziel, gefolgt von Lily Anggreny (TV Wattenscheid) und Anja Wicker (MTV Stuttgart).

Von nennenswerten Pannen blieb der "Novo Nordisk Gutenberg Marathon" verschont, so dass sich der Mainzer Sportdezernent Günter Beck rundum zufrieden zeigte und sich obendrein über einen neuen Streckenrekord bei den Marathon-Männern durch Mohamed Msenduki Ikoki aus Tansania (2:11:01) freuen konnte. "Die Afrikaner haben hier absolut überzeugt", sagte Beck. "Auch wenn mir das rätselhaft ist, bei diesem Klimawandel."

Aus Sicht des Leitenden Notarztes Boris Mansion ist der Gutenberg-Marathon "fast noch ruhiger als im Vorjahr" verlaufen. 120 medizinische Helfer und 5 Ärzte waren mit 22 Fahrzeugen im Einsatz; 26 Personen mussten behandelt werden, 12 von ihnen im Krankenhaus. Gravierendster Zwischenfall: Ein Zuschauer erlitt einen Herzinfarkt.

Auch Dieter Ebert, als Projektleiter Marathon im städtischen Sportamt Chef des Organisationsteams, machte ein zufriedenes Gesicht, nachdem gegen 15 Uhr auch der letzte Läufer im Ziel war: "Es ist prima gelaufen, für alles andere können wir nichts."

Vorbei am Denkmal - der prominenteste Marathon-Zuschauer war auch in diesem Jahr Gutenberg persönlich.Fotos: Sascha KoppVergrößern

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