Von Maximilian Jäger
ERFINDERPREIS Investitions- und Strukturbank zeichnet Kernchemiker der Uni Mainz aus / Krebstumore können durch seine Methode früher erkannt werden
Radioaktivität, die Leben rettet: Der Erfinderpreis Rheinland-Pfalz 2010 geht an Prof. Frank Rösch von der Universität Mainz. Sein Verfahren zur Reinigung radioaktiver Isotope verfeinert Verfahren zur Krebsfrüherkennung. Damit überzeugte er die Jury der mit insgesamt 25 000 Euro dotierten Auszeichnung. Diese wurde nun unter dem Motto "Ideen sichtbar machen" zum zweiten Mal von der landeseigenen Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) an fünf Preisträger verliehen.
"Wir erreichen eine neue Qualität, die zehnmal weniger kostet", kommentiert Rösch den Forschungserfolg, den er und seine Mitarbeiter vom Institut für Kernchemie erreicht haben. Sie haben eine Methode zur Reinigung von Gallium-68 entwickelt, einem radioaktiven Isotop, das in der Positronen-Emissions-Tomografie nötig ist. Mit diesem bildgebenden Verfahren können laut Rösch nicht nur Krebstumore und -metastasen sehr detailliert erkannt werden, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar Depressionen.
Mit dem Preis würden innovative Projekte und ihre ökonomischen Perspektiven geprüft, sagt Ulrich Dexheimer, Geschäftsführer der ISB. Nicht jeder Erfinder glaubt jedoch an den Erfolg. "Wir wollen das Selbstbewusstsein der Erfinder fördern", sagt Dexheimer darum. Es gehe auch um Marktfähigkeit. "Wir begleiten und prüfen die Erfindungen." Erfindungen trügen immer das Risiko, nicht erfolgreich zu sein. Doch je nach Art der Innovation ist dieser bereits vorprogrammiert, wie bei Rösch, dessen Entwicklung bereits in Krankenhäusern in aller Welt eingesetzt wird. Die weltweite Verfügbarkeit dieser Technologie nennt er selbst als Motivation für seine Forschung.
Insgesamt fünf Preisträger teilen sich den Erfinderpreis. Der zweite Preis geht an Helmut Gerber aus Gemünden (Rhein-Hunsrück-Kreis) und Prof. Winfried Sehn von der FH Bingen. Ihre Erfindung optimiert die Verwertung von Klärschlamm und landwirtschaftlicher Biomasse bei der Wärmeerzeugung. Das dabei entstehende Kohlendioxyd wird gebunden und reduziert die Umweltbelastung. Der dritte Preis geht an einen Winzer aus der Nähe von Landau für seine Methode, Wein zu filtrieren. Weitere Preise bekommen Prof. Georg Ankerhold von der FH Koblenz sowie Prof. Werner Müller (TU Kaiserslautern).

