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Politik 

Zu wenig Geld für kranke Frauen

04.06.2009 - MAINZ

Von Alexandra Eisen

GYNÄKOLOGEN Protest gegen Honorarreform

Die deutschen Frauenärzte fordern im Honorarsystem eine Rückkehr zur Vergütung von Einzelleistungen. Um deutlich zu machen, wie gering die pauschalen Beträge sind, die seit der Honorarreform pro Kassenpatientin im Quartal zur Verfügung stehen, hat der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) die bundesweite Kampagne "Was ist die kranke Frau in Deutschland wert?" gestartet.

Das so genannte Regelleistungsvolumen (RLV), das derzeit gezahlt wird und das in jedem Bundesland unterschiedlich hoch ist, sei "organisatorischer Schwachsinn", sagte Dr. Werner Harlfinger, rheinland-pfälzischer Landesvorsitzender des BVF, bei der Vorstellung der Kampagne gestern in Mainz.

Die rheinland-pälzischen Gynäkologen müssen mit einem besonders geringen RLV auskommen. Derzeit sind es 15,05 Euro pro Kassenpatientin und Quartal, im 3. Quartal werden es nur noch 13,07 Euro sein. Das Problem: Das RLV gibt es nicht zusätzlich, sondern es wird mit der Grundpauschale, die jeder Arzt pro Patientin und Quartal erhält, verrechnet. Diese Grundpauschale beträgt 14,70 Euro. 15,05 minus 14,70 ergibt also 35 Cent, die der Frauenarzt in Rheinland-Pfalz derzeit für jede kurative Behandlung außerhalb der Grundpauschale abrechnen darf. "Ab dem dritten Quartal sind wir mit einem RLV von 13,07 Euro rein rechnerisch sogar im Minus", ärgert sich Harlfinger. Die Folgen dieser Reform seien absehbar: Billigmedizin, Entlassung von Mitarbeitern, Praxisschließungen.

Weil die Berechnung des RLV kompliziert ist und sich nach den Honoraren vergangener Quartale richtet, ist der Wert in jedem Bundesland anders. In Hessen beträgt er derzeit 14,07 Euro, in Hamburg 20,79 Euro, im Saarland 18,35 Euro.

Mit ihrer Kampagne, an der sich laut BVF 8000 Ärzte beteiligen, wollen die Frauenärzte deutlich machen, dass die Versorgung kranker Kassenpatientinnen keiner Begrenzung unterliegen darf. "Jede Frau ist es wert, individuell behandelt zu werden", so Harlfinger. Neben Informationen für die Patientinnen und einer Umfrage gibt es am 16. Juni in den Praxen einen "Frauen-Wert-Tag" mit unterschiedlichen Aktionen, zum Beispiel mit dem Angebot einer kostenlosen Ultraschalluntersuchung.

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