Von Andreas Schermer
KONZERT Norwegische Hit-Sängerin Marit Larsen trumpft im Frankfurter Hof auf
Der Liedermacher Samuel Harfst macht sich nicht gerade Freunde im Frankfurter Hof, als er zweimal in Folge den Auftrittsort mit Mannheim verwechselt. Doch nach einer Handvoll niedlicher Songs in gutmütiger Belanglosigkeit, ist das Publikum bereit, ihm zu verzeihen.
Marit Larsen greift den Fauxpax ihres Support-Acts auf, um die ersten Sympathiepunkte einzuheimsen, als sie einem verschmitzten "Hallo" nach einer melodramatischen Pause ein genüsslich betontes "Mainz" hinzufügt. Lachen, Applaus und los geht´s. Schwungvoll, leichtfüßig, mitsingbar, eine bunt melodisierte Unterhaltungs-Melanche, garniert mit Folklore-Streuseln. Ein liebliches Stimmchen, sauber und bemerkenswert kraftvoll in den höchsten Tonlagen, erzählt mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie von allzu weiblichen Problemchen.
Mit wechselndem Instrumentarium zwischen Banjo, Mandoline, Gitarre und Klavier gestaltet sie abwechslungsreiche Klangfarben mit großem handwerklichem Geschick. Die 26-jährige Norwegerin hat den Dreh raus mit dem Gute-Laune-Groove, der ihre eingängigen Melodien transportiert. So proppenvoll der ausverkaufte Frankfurter Hof ist, so ist das Programm mit Hit-tauglichen Songs gespickt wie "Is it love" oder "Don´t save me". Die mit Duettstimme geträllerte Ballade "Under the Surface" geht unter die Haut. Dazwischen plaudert sie in charmanter Verlegenheit und lacht, wenn sie die Belangslosigkeit in ihren Ansagen bemerkt. Dabei wird sie von einer Band umrahmt, die bestens aufgelegt jeden Spaß mitmacht und kleine Pannen mit einem spontanen Tusch unterlegt.
Es finden sich tausend Gründe für ihre lebensfrohe Natur. Man gönnt ihr den großen Erfolg, denn Marit Larsen hat sich mit unbefangener Natürlichkeit in die Herzen ihrer Fans gespielt. Das hätte noch länger Spaß gemacht, doch nach einer guten Stunde Spielzeit muss das Publikum schon lautstark Zugaben fordern. Am Ende hätte man vor lauter Gesamtbegeisterung fast vergessen, dass es da ja auch noch einen echten Hit gibt. Ihr erster Nummer eins Erfolg "If a song could get me you".
Eigentlich ist die Truppe danach wirklich mit dem Programm durch, doch das Publikum bleibt beharrlich. So werden die Hit-Akkorde abermals angeschlagen als Akustik-Version in Trio-Besetzung. Larsen entzückt sich mit ungespielter Überraschung an der Euphorie, die man ihr besonders in Deutschland entgegenbringt. Beflügelt vom überschwänglichen Zuspruch hat sie danach im Internet getwittert: "Mainz! Bitte, bitte, bitte lasst mich noch einmal für euch spielen. Wirklich erstaunlich. Ich werde es nie vergessen." Dabei muss sie gar nicht lange bitten. Der Zusatztermin für März 2010 steht schon lange fest.

